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18/17: Mehr Raum wagen
Muslimische Frauen in ihren Moscheen

Eine Tagung von Frauen für Frauen
an der Evangelischen Akademie Loccum vom 3. bis 5. April 2017

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Moscheegemeinschaften leben von dem Engagement muslimischer Frauen: Sie bilden dort aus, organisieren, versorgen und vertreten ihre Gemeinschaft. In vielen Moscheegebäuden haben sie einen eigenen Bereich. Gut ausgestattet ermöglichen Frauenbereiche Frauen die Teilnahme am Gemeinschaftsgebet. Dort können Musliminnen unter sich sein, sich frei fühlen und haben Raum für ihre Themen. Es gibt jedoch eine Debatte unter Musliminnen, ob dies ausreicht oder ob es Veränderungen braucht. Denn aufgrund dieser räumlichen Trennung fühlen sich manche Musliminnen in der Moschee nicht in angemessener Weise beheimatet. Sie fragen sich, wie ihre Kompetenzen trotz räumlicher Trennung gut einbezogen werden können. Wie können ihre Interessen gut vertreten werden, wenn Musliminnen im Vorstand der Moscheegemeinden die Ausnahme bilden? In den letzten Jahren entstanden aus der Debatte heraus erste „inklusive Moscheen“ in den USA und Großbritannien.

Musliminnen sind unterschiedlicher Auffassungen, ob ihre Moscheen und ihre Rolle darin verändert oder beibehalten werden sollten. Die Tagung soll diese miteinander ins Gespräch bringen und fragt danach, was eine Moschee für muslimische Frauen zu einem Ort macht, an dem sie sich als Teil der Gemeinschaft und Glaubensschwestern wohl fühlen. Was können sie selbst dafür tun? Folgende Fragen interessieren dabei besonders:

· Welchen Raum nehmen muslimische Frauen derzeit in deutschen Moscheen und im Vergleich dazu in Moscheegemeinden weltweit ein?

· Wie verhalten sich Erfahrungen und Bedürfnisse muslimischer Frauen zueinander?

· Wo verorten theologische und islamrechtliche Ansätze Musliminnen in der Moschee? Wie wollen sie sich selbst verorten?

· Welche Anschlussmöglichkeiten oder Schwierigkeiten bieten Beispiele von „inklusiven Moscheen“?

Die Tagung richtet sich vor allem an muslimische Frauen, die ihre Erfahrungen teilen, sich austauschen, einander inspirieren und stärken möchten.

Dr. Vivien Neugebauer, Tagungsleiterin, Evangelische Akademie Loccum

 

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Montag, 03. April 2017

Einführung
Dr. Vivien Neugebauer, Studienleiterin, Loccum

Zur Situation von Musliminnen in deutschen Moscheen

Frauenräume
Entwicklungslinien von den Anfängen bis heute
Prof. Dr. Riem Spielhaus, Islamwissenschaft, Bildung und Wissenskulturen, Georg-August-Universität Göttingen

Theologische und rechtliche Perspektiven auf die Situationen von Frauen in Moscheen
Aktuelle Argumentationslinien
Noha Abdel-Hady, Doktorandin, Islamische Theologie, Akademie der Weltreligionen, Universität Hamburg

Austausch über eigene Herkunft, Zugänge und Motivationen

Diskussion in Kleingruppen und im Plenum

„Nicht mehr nur Zuschauerinnen“
... in Dänemarks erster Frauenmoschee
Islamische Quellen, traditionelle Strukturen und schwesterliche Solidarität
Sherin Khankan, Gründerin und Imamin der Mariam Moschee, Kritiske Muslimer-Organisation, Kopenhagen, Dänemark
(Übersetzung Englisch-Deutsch wird angeboten)


Dienstag, 04. April 2017

„Frauen gehören in die Moschee!“
Frauenräume weltweit – Einblicke und Ausblicke
Hind Makki, Side Entrance-Bloggerin, Chicago, USA
(Übersetzung Englisch-Deutsch wird angeboten)

Weibliche Identität – Religiöse Autorität
Theologische Ansätze und Diskurse

Religiöse Autorität der Frauen
Ein (behaupteter) Widerspruch?
Hamida Sarah Behr, Islamische Religionspädagogik, Universität Hamburg

Kann frau den Koran nur feministisch lesen?
Goldener- oder Holzweg zum Koranverständnis
Feministische Lesarten und ihre Kritik
Dr. Dina El Omari, Wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Islamische Theologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Frauen und Moscheen - Eine Verhältnisbestimmung
Dr. Elif Medeni, Islamische Religionspädagogik, Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien, Österreich

Das Miteinander ist „aber sowieso ein gängig praktizierter Akt in dieser Moschee“
Die Penzberger Moscheegemeinde
Nermina Idriz, Referentin für Bildung, Islamisches Forum Gemeinde Penzberg e.V.

Einnehmen, vorwagen, erweitern …?
Welche Räume haben Frauen in Moscheegemeinden, welche brauchen sie?
Erarbeiten von Kriterien in Kleingruppen

Wie eine Moschee Frauen willkommen heißen kann
Dudu Kücükgöl, Aktivistin, Dissertantin, Wien, Österreich

Für Interessierte: Filmdokumentation
„Durch den Seiteneingang ins Hinterzimmer? Frauen in Moscheen“ (36 Min.) von Dr. Silvia Horsch, nafisa und Wiss. Mitarbeiterin, Institut für Islamische Theologie, Universität Osnabrück


Mittwoch, 05. April 2017

Konturen zukünftiger Moschee(t)räume
Sichtung der Ergebnisse vom Vortag: Tendenzen und Ausstehendes

Muslimische Verbände in besonderer Pflicht!?
Einschätzungen, Ziele und Vorgehensweisen
Podiumsgespräch mit
Dunya Adigüzel, Vertreterin, Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e. V., Islamische Gemeinschaft Milli Görüs, Köln
Halime Cengiz, Landesfrauenverband DITIB Niedersachsen und BremenKarimah Stauch, Vorsitzende, Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V.

Frauenräume weiterdenken. Wo soll es hingehen? Wie kommen wir dahin?
Gemeinsame Abschlussdiskussion über nächste Schritte mit
Hamideh Mohagheghi, Wiss. Mitarbeiterin für Koranwissenschaften, Seminar für Islamische Theologie, Universität Paderborn
Noha Abdel-Hady, Doktorandin, Islamische Theologie, Akademie der Weltreligionen, Universität Hamburg (angefragt)

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