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Das Programm chronologisch > Kirche & Religion

57/17: Experten, Propheten oder Lobbyisten?
Die Rolle von Kirchenvertretern in politikberatenden Gremien

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 15. bis 16. September 2017

In Kooperation mit der
Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST)
und der
DFG Forschergruppe 1765

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Zur bundesdeutschen Konstellation von Kirche, Politik und Gesellschaft gehört es, dass Vertreter und Vertreterinnen aus Kirche und Theologie sich von Zeit zu Zeit und auf verschiedenen Wegen zu politischen Themen äußern. Besondere Beachtung verdient dabei die kirchliche Mitwirkung in Gremien, die zur politischen Entscheidungsfindung beitragen – wie in Enquete-Kommissionen oder Rundfunkräten.

Angesichts des gesellschaftlichen und religiösen Wandels ist diese Mitwirkung alles andere als selbstverständlich. So werden kirchliche Repräsentanten deutlicher als früher mit Anfragen konfrontiert, etwa von Befürwortern des laizistischen Modells. Vor diesem Hintergrund zielt die Tagung darauf, die Art der kirchlichen Mitwirkung, ihre Legitimationsgrundlagen und ihr Proprium genauer zu untersuchen.

Für wen bzw. in wessen Namen spricht eine Theologieprofessorin, ein Bischof, eine Ratsvorsitzende?

Welche Rollenbilder und welche wechselseitigen Erwartungen erweisen sich als prägend?

Welche Interessen repräsentieren sie, und was zeichnet das genuin Theologische ihrer Einlassungen aus?

An Fallbeispielen soll rekonstruiert werden, wie sich Prozesse politischer Urteilsbildung unter kirchlicher Mitwirkung in der Vergangenheit vollzogen haben und heute vollziehen. Diese empirischen Beobachtungen sollen dann sowohl in theologisch-ethischer als auch politologischer Hinsicht diskutiert und mit einem zeitgemäßen Verständnis von Kirche, Öffentlichkeit und politischem Diskurs verknüpft werden.

Sie sind herzlich eingeladen, sich in die Diskussion einzubringen!

PD Dr. Julia Koll, Tagungsleiterin, Ev. Akademie Loccum
Prof. Dr. Christian Albrecht, Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Reiner Anselm, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Thorsten Moos, FEST Heidelberg
Dr. Katarina Weilert, FEST Heidelberg

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Freitag, 15. September 2017

Begrüßung und Eröffnung

Welche Rolle spielen Kirchenvertreter/innen in politischen Gremien?
Am Beispiel Endlagerkommission

Drei Einschätzungen:
Stefan Wenzel, niedersächsischer Umweltminister, MdL, BÜNDNIS 90 / Die Grünen, Hannover
Ursula Heinen-Esser, Geschäftsführerin der Bundesgesellschaft für Endlagerung, Köln
Jürgen Voges, Journalist, Berlin

Wie haben Kirchen auf die Politikfelder Umwelt, Migration und Frieden Einfluss genommen?

Drei Fallstudien aus der Arbeit der Forschergruppe
„Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“:
Anne Friederike Hoffmann, Theologin, Ludwig-Maximilians-Universität München
Jonathan Spanos, M.A., Historiker, Ludwig-Maximilians-Universität München
Philip Smets, M.A., Politikwissenschaftler, Georg-August Universität Göttingen

Politischer Diskurs und gesellschaftliche Öffentlichkeiten.
Ein Kommentar aus politikwissenschaftlicher Sicht
PD Dr. Oliver Hidalgo, Institut für Politikwissenschaft, Universität Regensburg

Protestantismus und Politik.
Ein Gespräch über Rollenbilder und wechselseitige Erwartungen
Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin a.D., MdL, stellvertretende Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Erfurt / Apolda
Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers

Samstag, 16. September 2017

Verantwortung für das Gemeinsame.
Die Aufgabe eines Öffentlichen Protestantismus
Prof. Dr. Reiner Anselm, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik, Ludwig-Maximilians-Universität München

Kommentare
…aus der Sicht der Kirchenleitung:
Prof. Dr. Martin Hein, Landesbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Mitglied im Deutschen Ethikrat, Kassel

…aus der Sicht kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit:
Reinhard Mawick, Chefredakteur „Zeitzeichen“, bis 2014 Pressesprecher der EKD, Berlin

Erträge der Tagung
Diskussion im Plenum

    Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut, seit 1958 mit Sitz in Heidelberg, dessen Grundfinanzierung durch die Mitglieder des Trägervereins – die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Landeskirchen der EKD, den Deutschen Ev. Kirchentag und die Ev. Akademien – getragen wird und das darüber hinaus Forschungs- und Beratungsarbeiten durch Drittmittel finanziert. Die FEST ist selbst in der wissenschaftlichen Politikberatung wie auch in deren Erforschung aktiv.


    Die DFG-Forschergruppe 1765 untersucht seit 2013 die Rolle des Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland. Neben einzelnen Fallstudien widmet sich das interdisziplinäre Projekt auch einer grundlegenden Beschreibung der komplexen Verflechtungen zwischen Protestantismus und der Gesellschaft der Bonner Republik. In der zweiten Förderphase, die im Oktober 2016 begonnen hat, stehen dabei vor allem die 1970er und 1980er Jahre im Mittelpunkt. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Theologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte, die an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Georg-August-Universität Göttingen und der Universität Erfurt tätig sind.

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