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Das Programm chronologisch > Kirche & Religion

72/17: Kirchenmusik weiterdenken

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 22. bis 24. November 2017

In Kooperation mit
Direktorenkonferenz Kirchenmusik in der EKD
Vision Kirchenmusik
Michaeliskloster Hildesheim

Gefördert von der Hanns-Lilje-Stiftung

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Die kirchenmusikalische Praxis befindet sich in einer Situation des Umbruchs: Zwar erfreuen sich die klassischen Angebote vielerorts nach wie vor großer Beliebtheit. Zugleich macht der kirchliche Wandel auch vor der Kirchenmusik nicht halt. Finanzieller Druck, steigende Arbeitsbelastung, Imageprobleme, vor allem aber ein gravierender Nachwuchsmangel trüben die Aussichten.

In den letzten Jahren ist diesen Problemen bereits auf vielfältige Weise begegnet worden – etwa durch die Arbeit an Berufsbild, Ausbildungswegen und Anstellungsprofilen, die Erweiterung des stilistischen Spektrums und Experimente auf dem Gebiet der Musikvermittlung. Eine systematische Vernetzung dieser vielen Perspektiven und Ansätze ist bisher aber unterblieben.

Die Kirchenmusik von morgen: Wie soll und kann sie aussehen, wie wird sie klingen und wer wird sie gestalten? Die Tagung zielt darauf, kirchenmusikalische Vordenker, Entscheidungsträger und Akteure zusammenzubringen. Sie will den fachlichen Austausch und das gemeinsame Erarbeiten neuer Antworten fördern.

Dabei soll Kirchenmusik einerseits ganz bewusst im Lichte kirchlicher Umbauprozesse wahrgenommen werden. Andererseits soll Kirchenmusik aber auch mit gesellschaftlichen Veränderungen und kulturpolitischen Fragestellungen zusammengebracht werden.

Wie kann es gelingen, die unterschiedlichen Erwartungen an das kirchenmusikalische Praxisfeld – zwischen gemeindeorientierter Arbeit an der Basis, anspruchsvoller Kulturarbeit und gemeinwesenorientierter Bildungsarbeit – nicht als Gegensätze, sondern als produktives Spannungsfeld zu betrachten?

Die gesamte Tagung wird von einem „Artist in Residence“ begleitet – mit dem Ziel, die diskursive Erörterung mit einem Element künstlerischer Forschung zu verknüpfen.

Sie sind herzlich eingeladen – zum Zuhören und Diskutieren, um miteinander weiter zu denken.

Prof. Dr. Jochen Arnold, Michaeliskloster Hildesheim
LKMD Hans-Joachim Rolf, Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Silke Lindenschmidt und Ulf Pankoke, Vision Kirchenmusik
PD Dr. Julia Koll, Studienleiterin, Ev. Akademie Loccum

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Mittwoch 22. November 2017

Begrüßung und Einführung ins Thema

Die Kirchenmusik von morgen – was ist zu tun? Statements aus unterschiedlichen Perspektiven

Aus Sicht der Kirchenleitung:
KMD Prof. Dr. Gunter Kennel, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Vorsitzender der Ständigen Konferenz für Kirchenmusik, Berlin

Aus kulturjournalistischer Sicht:
Hartmut Welscher, Herausgeber von VAN – Webmagazin für klassische Musik, Berlin

Aus interreligiöser Sicht:
PD Dr. Verena Grüter, Missions- und Religionswissenschaftlerin, Georg-August-Universität Göttingen

Aus Sicht der kirchenmusikalischen Ausbildung:
KMD Prof. Bernd Stegmann, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik, Heidelberg

Welche Themen und Perspektiven bringen wir mit?
Kennenlernen und Zusammentragen in Kleingruppen

Ein Abend mit dem Artist in Residence

Donnerstag, 23. November 2017

Kirchenmusik und ihre Kontexte

... kulturpolitisch:
Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats und Präsident des Deutschen Kulturrats, Berlin

... musiksoziologisch:
Dagmar Penzlin, Musikjournalistin, Hamburg

... gesamtkirchlich:
Dr. Matthias Kreplin, Evangelischer Oberkirchenrat der Ev. Kirche in Baden, Karlsruhe

Vertiefung und Diskussion
Inwiefern beeinflussen diese Kontexte die kirchenmusikalische Praxis, ihre gegenwärtige Profilierung und ihre zukünftigen Aufgaben?

Perspektiven auf die Kirchenmusik von morgen:
Arbeit in Kleingruppen I & II (Möglichkeit zum Gruppenwechsel):

Singen und Musizieren im Gottesdienst
Prof. Dr. Jochen Arnold, Leiter des Michaelisklosters Hildesheim
Dr. Jochen Kaiser, Fachmitarbeiter für Musik und Gemeindeentwicklung im Kanton Zürich

Aufführungskultur und kirchenmusikalische Formate
Andreas Fröhling, Kreiskantor und künstlerischer Leiter des Festivals „Utopie jetzt!“, Gelsenkirchen
Susanne Reimann, Kulturmanagerin, Gelsenkirchen

Laienmusizieren zwischen Aktivierung und Professionalisierung – am Beispiel Singen im ländlichen Raum
Christiane Hrasky, Landeskantorin des Evangelischen Chorverbandes Niedersachsen-Bremen, Hamburg

Laienmusizieren zwischen Aktivierung und Professionalisierung – am Beispiel Posaunenchor
Jörg Häusler, Landesposaunenwart Ev. Kirche im Rheinland, Vallendar

Stile und Genres - am Beispiel Popkantorat
Jan Simowitsch, Landeskirchlicher Beauftragter für Popularmusik der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hamburg
Christoph Georgii, Landeskirchlicher Beauftragter für Popularmusik der Ev. Kirche in Baden, Karlsruhe

Kirchenmusik als soziokulturelle Arbeit
Andreas de Vries, Leiter der Ev. Gemeindemusikschule ConTakte, Verden

Steuerung und Entwicklung von Kirchenmusik
LKMD Beate Besser, Evangelisch-lutherische Kirche in Oldenburg
OKR Dr. Matthias Kreplin, Karlsruhe

Was macht Musik zur Kirchenmusik? Ein Kamingespräch mit
Dr. Charlotte Seither, Komponistin, Berlin
Prof. Dr. Konrad Klek, Theologe und Kirchenmusiker, Universität Erlangen
LKMD Kord Michaelis, Ev. Kirche in Baden, Präsident der Direktorenkonferenz Kirchenmusik, Pforzheim

Freitag, 24. November 2017

Zwischen Professionalität und Hobby: Die Frage nach den Akteur/innen der Kirchenmusik von morgen
Erträge aus den Workshops sichten

Kommentare:
OLKR Prof. Dr. Klaus Grünwaldt, Landeskirchenamt Hannover
Anja Liske-Moritz, Kreiskantorin im Kirchenkreis Oberland-Spree, Seelow
Christoph Bogon, Bezirkskantor, Präsident des Verbandes der Evangelischen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, Schopfheim

Diskussion in Kleingruppen und im Plenum

"Loccumer Thesen zur Zukunft der Kirchenmusik"

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