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79/17: Diverse Identität
Theologische Annäherungen an das Phänomen Intersexualität

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 6. bis 7. Dezember 2017

In Kooperation mit Studienzentrum der EKD für Genderfragen, Hannover

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Intersexualität – was ist das eigentlich? Der Begriff bezeichnet biologische Besonderheiten bei der Geschlechtsdifferenzierung. Intersexuelle Menschen leben von Geburt an in Körpern, die hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen und/oder der Hormonproduktion nicht nur männlich oder nur weiblich erscheinen, sondern Ähnlichkeiten mit beiden Geschlechtern aufweisen. Schätzungen zu Folge trifft das allein in Deutschland auf 80.000 bis 120.000 Menschen zu.

Das Sprechen über die Existenz intersexueller Menschen war lange gesellschaftlich tabuisiert. Dazu haben auch feminisierende oder maskulinisierende Genitaloperationen bereits im Kindesalter beigetragen, die über Jahrzehnte an der Tagesordnung waren. Nun geraten Menschen mit intersexuellen Körpern immer öfter ins Blickfeld – z.B. in der Diskussion um ein drittes Geschlecht im Geburtenregister.

Der kirchliche Umgang mit intersexuellen Menschen zeichnet sich bislang freilich durch wenig Wissen und viel Unsicherheit aus. Für ein christlich getöntes bipolares Menschenbild birgt Intersexualität einiges Erschütterungspotential, stellt aber auch einen Testfall dar: Wie gehen wir in der gemeindlichen Praxis, in Kirchenleitungen und Gleichstellungsreferaten mit Verschiedenheit um? Entsprechend zielt die Tagung auf sorgfältige Information und erste Sondierungen:

· Was ist in medizinischer Hinsicht wichtig zu wissen?

· Welche rechtlichen und psychischen Probleme erschweren das Leben intersexueller Menschen?

· Wie verändert die Wahrnehmung von Intersexualität das Nachdenken über menschliche Geschlechtlichkeit – auch im Sinne einer theologischen Anthropologie?

· Welche Herausforderungen stellen sich schließlich für die kirchliche Praxis?

Kommen Sie und diskutieren Sie mit!

PD Dr. Julia Koll, Loccum
PD Dr. Jantine Nierop, Hannover

 

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Mittwoch, 6. Dezember 2017

Begrüßung und Eröffnung
PD Dr. Julia Koll, Ev. Akademie Loccum
PD Dr. Jantine Nierop, Studienzentrum der EKD für Genderfragen, Hannover

„Geben wir ihnen einen Namen – inter*Menschen“
Lucie Veith, Bundesverband Intersexuelle Menschen e.V., Schortens

Kennenlernen und Zusammentragen von Fragen

Zum Umgang mit Intersexualität in der Medizin – gestern und heute
Dr. Maximilian Schochow, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm

Das Phänomen Intersexualität…
…in juristischer Perspektive
Prof. Dr. Konstanze Plett, Fachbereich Rechtswissenschaft, Universität Bremen
…in psychologischer Perspektive
Dipl.-Psych. Karina Kehlet Lins, Kopenhagen
…in soziologischer Perspektive
Anike Krämer, M.A., Lehrstuhl für Gender Studies, Ruhr-Universität Bochum

Geschlecht außer Norm. Zur theologischen Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt am Beispiel der Intersexualität
Dr. Gerhard Schreiber, Institut für Theologie und Sozialethik, Technische Universität Darmstadt

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Intersexualität in der kirchlichen Praxis
Wo und wie wird geschlechtliche Vielfalt heute sichtbar? Was brauchen intersexuelle Menschen, um sich in der Kirche anerkannt zu fühlen? Wie könnte eine gendersensiblere Praxis aussehen?
…in der Schule:
Petra Krämer, 2. Vorsitzende Bundesverband Intersexuelle Menschen e.V., Religionslehrkraft, St. Ingbert
…in der Kirchenleitung:
Stellvertr. Sup. Silke Radosh-Hinder, Kirchenkreis Berlin Stadtmitte
…in der Seelsorge:
Gordon Pugh und Brett Vebber, Kinderklinik Alabama (USA) (Videobotschaft)

Praktisch-theologische und ethische Beobachtungen
Mit Dr. Gerhard Schreiber, Darmstadt und
Dr. Annina Ligniez, Ev.-luth. Kirchengemeinde Enger

Einsichten und Aussichten
Was ist festzuhalten? Was bleibt zu tun?


Das Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie unterstützt seit 2013 die Integration von Genderperspektiven in das kirchliche Handeln und macht sie für die Entwicklung der Organisation Kirche fruchtbar. Ziel ist es, zur Gestaltung einer Kirche beizutragen, in der die Vielfalt menschlicher Begabungen auf allen Ebenen unabhängig von Geschlechterrollen und Geschlechtsidentitäten zum Tragen kommt.
Das Studienzentrum
 - wertet Genderforschungsansätze aus verschiedenen Fach- und Forschungsgebieten, insbesondere aus der wissenschaftlichen Theologie, den Sozialwissenschaften und den Gender Studies aus und bereitet sie für verschiedene Ebenen und Handlungsfelder der Kirche exemplarisch auf
 - wertet genderrelevante Modelle, Erfahrungen und Praxisbeispiele aus Kirche und Gesellschaft (einschließlich Ökumene und interreligiösem Dialog) aus und bereitet sie für verschiedene Ebenen und Handlungsfelder der Kirche exemplarisch auf
- kommuniziert Erkenntnisse in die kirchliche Praxis und erschließt die dafür erforderlichen Transfer- und Kommunikationswege. 

 

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