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1801: Forschung in verantwortungsethischer Perspektive
Lebenswissenschaften im Fokus

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 12. bis 13. Januar 2018

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Wie finden wir in den Lebenswissenschaften wieder zu einer kühneren Forschungskultur, die gleichzeitig stärker verantwortungsbasiert arbeitet? Diese Frage steht deshalb im Zentrum der Tagung, weil heute ein hoher Leistungs- und Produktivitätsdruck die Forschung belastet und damit Qualitätsprobleme provoziert. Das hat zu einem dramatischen Seriositätsverlust in der Erarbeitung, Bewertung und Darstellung von Forschungsergebnissen geführt.

Während der Tagung wird nach Wegen gesucht, diesem Missstand wirkungsvoll entgegen zu treten: Wissenschaftler mit langjähriger Forschungserfahrung, wissenschaftlicher Nachwuchs, Experten entsprechender Bereichsethiken und hochschulpolitische Administrationen sind gefragt.

Welche Herausforderungen drohen die Erzielung verlässlicher Forschungsergebnisse zu verhindern? Welche zentralen Eckdaten kennzeichnen eine produktive Forschungskultur? Welche forschungsethischen und forschungsrechtlichen Rahmenbedingungen sind von Belang? Wie kommen hier Digitalisierung, Big Data und Verfahren wie die Bibliometrie ins Spiel?

Vor diesem Hintergrund: Wie kann es gelingen, angemessene Freiräume für forschende Kreativität mit Mut zum Risiko zu stärken? Wie kann Originalität und Nachhaltigkeit von Forschung gegenüber purer Publikations- und Zitationsindikatorik anerkannt werden? Was können die Hochschulleitungen und die Wissenschaftspolitik zur Unterstützung innovativer und zugleich seriöser Forschung tun?

Der Fokus wird nach einer grundsätzlichen Sichtung der Problemlagen auf den Lebenswissenschaften, insbesondere auf den medizinischen Fächern liegen. Ein generationen­übergreifender Austausch zwischen arrivierter Forschung und wissenschaftlichem Nachwuchs ist ausdrücklich erwünscht! Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion dieser Fragen zu beteiligen.

Dr. Wilhelm Krull,  Generalsekretär VolkswagenStiftung
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor

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Freitag, 12. Januar 2018

Begrüßung und Einführung in die Tagung
Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär VolkswagenStiftung
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor

Entscheidende Hindernisse und Herausforderungen einer verantwortungsethisch basierten Forschungskultur in Deutschland. Ein Panorama
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies, Humboldt-Universität zu Berlin/ Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Aussprache und Plenardiskussion

Digitalisierung und Big Data – Chancen und Gefährdungen der Seriosität von Forschung
Prof. Dr. med. Alena M. Buyx, M.A. phil., FRSA, Leiterin Geschäftsbereich Medizinethik, Institut für Experimentelle Medizin, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Mitglied des Dt. Ethikrates

Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsbewertung -
Möglichkeiten und Grenzen der Wissenschaftssteuerung durch Anreizsysteme
Prof. Dr. Andreas Spickhoff, Lehrstuhl für bürgerliches Recht und Medizinrecht, LMU-München

Vom Elend und großen Nutzen der Bibliometrie
Prof. Dr. Stefan Hornbostel, Institut für Sozialwissenschaften, HU Berlin, Abteilungsleitung Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik, DZHW, Hannover

Forschen und Publizieren in der digitalisierten Wissenschaft: Auf der Suche nach „Merton 2.0“
Prof. Dr. Sabine Maasen, Friedrich Schiedel-Stiftungslehrstuhl für Wissenschaftssoziologie, Direktorin des Munich Center for Technology in Society, TU München

Einschätzungen aus der medizinischen Forschung und Einblick in die Arbeit an höchsten Standards

Reformierung des Anreiz- und Belohnungssystems der akademischen Biomedizin – Schlüssel zu größerer Robustheit und mehr Werthaltigkeit?
Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, Abteilungsdirektor Experimentelle Neurologie, Charité Berlin

Sorge um eine hohe Verlässlichkeit von Forschungsergebnissen – Anmerkungen aus der wissenschaftlichen Leitungsebene
Prof. Dr. Dr. h.c. Axel Haverich, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Hochschule Hannover

Forschungsfreiräume arrangieren – Arbeit an einer Reform der Bewertungsmaßstäbe wissenschaftlicher Leistungen
Prof. Dr. Martin J. Lohse, Wissenschaftlicher Direktor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Berlin, Vizepräsident der Leopoldina, Halle

Diskussion der Beiträge

Samstag, 13. Januar 2018

Verantwortungsluft nach oben? – Was die Hochschulleitungen für die Qualitätssicherung der medizinischen Forschung tun können
Prof. Dr. rer. nat. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen
Prof. Dr. med. Christopher Baum, Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover
Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, Leitende Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg
Statements und Diskussion

Innovativ und im Mainstream, peer reviewed und bibliometrisch ideal …
Forschungsethische Perspektiven des/ für den forschenden Nachwuchs(es)
Prof. Dr. Dr. Michal-Ruth Schweiger, Universität Köln, Center for Molecular Medicine Cologne, Köln
Prof. PhD Benedikt Kaufer, Fachbereich Veterinärmedizin, Institut für Virologie, Freie Universität Berlin
PD Dr. Dr. Angelika Riemer, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Dr. Volker Busskamp, Center for Regenerative Therapies, Technische Universität Dresden
Statements und Diskussion

Medizinethik als hohe Schule des Forschungsethos?
Prof. Dr. med. Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Georg-August-Universität Göttingen, Mitglied des Deutschen Ethikrates

Welche regulativen Kräfte kann die Wissenschaftspolitik für eine seriöse medizinische Forschung mobilisieren?
Eingangsstatements:
Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Nds. Ministerin a.D. für Wissenschaft und Kultur, Hannover
Björn Thümler, Nds. Minister für Wissenschaft und Kultur, Hannover
Dr. Rolf Greve, Amtsleiter Forschung, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Hamburg

Abschluss und Plenardiskussion mit:

Dr. Gabriele Heinen-Kljajić
Minister Björn Thümler
Dr. Rolf Greve
Prof. Dr.  Martin Lohse
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer
Dr. Wilhelm Krull

 

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