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Das Programm chronologisch > Kirche & Religion

1836: Syrien liegt in Europa
Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 2. bis 4. November 2018

In Kooperation mit Konrad-Adenauer-Stiftung

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Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg. Angesichts aktueller Kriegsschauplätze mit politisch-religiös aufgeladenen Konfliktkonstellationen unternimmt die Tagung eine intensive historische und religionshistorische Erkundung mit aktueller politischer Ambition. Dabei steht der Syrienkonflikt im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Frage ist: Inwiefern kann der Dreißigjährige Krieg als Analysefolie für den Syrienkonflikt dienen?

Prominente akademische Stimmen halten den Vergleich beider Konflikte für fruchtbar. Nicht weniger prominente Voten halten einen solchen Vergleich für kurzschlüssig, wenn nicht irreführend.

Für welche Auffassung sprechen mehr Argumente? Mit historischer, politologischer, religionshistorischer und literaturwissenschaftlicher Expertise wird folgenden Fragen genauer nachgegangen: 

Welche religionspolitischen Konturen hat der Syrienkonflikt auf der einen, der Dreißigjährige Krieg auf der anderen Seite? Welche friedensstiftende oder konflikteskalierende Wirkung haben Sprache und Kommunikation in Syrien sowie während des Dreißigjährigen Krieges? Mit welchen Formen und Modellen wurde und wird vor allem religiös argumentiert? Und wie wurde auf der Ebene der literarischen Narration der Konflikt bearbeitet und bewältigt?

Vor diesem Hintergrund werden exemplarisch zwei Konfliktlöser auf ihre Leistungsfähigkeit befragt: zum einen das Recht, zum anderen eine intelligente territoriale Abgrenzungspolitik.

Verschiedene Aspekte auf dem Weg zu einem Friedensschluss angesichts tiefgreifender politischer, sozialer und psychologischer Verwerfungen werden aufgeschlüsselt. Was kann man daraus für die Beilegung des Syrienkonflikts lernen? Wie sehr liegt Syrien in Europa?

Die Tagung richtet sich an alle, die sich für Fragen der historischen Aufarbeitung und der Friedensarbeit interessieren, insbesondere an Historiker/innen und Kirchenhistoriker/innen, Theologen/innen und Politologen/innen in Beruf und Studium.

Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion dieser historisch-politischen Erkundungen zu beteiligen!

Dr. Karlies Abmeier, Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor

 

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Freitag, 2. November 2018

Begrüßung und Einführung in die Tagung
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor, Loccum
Dr. Karlies Abmeier, Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin


Syrien zuvor

Konfessionelle und religiöse Kriege, Konflikte und Spannungen im syrischen Raum
Ein historisches Programm mit aktueller Zuspitzung
Prof. Dr. Martin Tamcke, Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte, Universität Göttingen

Religiöse Sprache als Machtfaktor im Kriegsgeschehen

Kriegs- und Friedenskonzepte in literarischen Texten während des Dreißigjährigen Krieges
Prof. em. Dr. Dieter Breuer, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, RWTH Aachen

Religiöse Positionen der Christen im Kontext der religiösen Propaganda in Syrien und Irak
Prof. Dr. Harald Suermann, Direktor des Missionswissenschaftlichen Institutes Missio, Aachen/ Universität Bonn

Dies- und jenseits von Jubiläumsanalogien – welche Lektionen aus dem Dreißigjährigen Krieg können für Syrien gelernt, welche nicht gelernt werden? Zur Eigenart des Syrienkonfliktes
Ein Gespräch mit
Dr. Carsten Wieland, Senior Expert for Intra-Syrian Talks, United Nations Office of the Special Envoy for Syria, Genf, und
Jörg Armbruster, Journalist, Stuttgart

Samstag, 3. November 2018

Wieviel Religion birgt der Krieg?

Konfessionelle Bündnisse nach 1648
Dr. Christian Mühling, Institut für Geschichte, Universität Würzburg

Religiöse Aufladungen und Entladungen in den Konfliktregionen des Nahen und Mittleren Ostens
Asthi Amir, SyriAid, Bern

Den Schrecken des Krieges erzählen

Vom Krieg erzählen – das neue Medium Zeitung und die Publizistik während des Dreißigjährigen Krieges
Prof. Dr. Holger Böning, Lehrstuhl Sprach- und Literaturwissenschaften, Universität Bremen

Mediale Äußerungen als Politikum im Syrienkonflikt
Larissa Bender, Literaturwissenschaftlerin und Dozentin für Arabisch, Köln

Gelegenheit zur Besichtigung des 1163 gestifteten Zisterzienser-Klosters Loccum

Konfliktlöser I: Recht

Rechtsförmig den religionsaffinen Streit zum Frieden bringen.
Zur Aktualität der juristischen Friedensarbeit am Ende des Dreißigjährigen Krieges
OKR Dr. Hendrik Munsonius, Kirchenrechtliches Institut der EKD, Universität Göttingen

Welche rechtspolitischen Interventionen könnten im Syrienkonflikt hilfreich wirken?
Dr. Markus Böckenförde, LL.M., Käte-Hamburger-Kolleg, Universität Duisburg-Essen (angefragt)


Konfliktlöser II: Neue Formen der Staatlichkeit

Die Herausbildung von neuen staatlichen Formationen im Zuge des Dreißigjährigen Krieges und ihre religionspolitischen Implikationen

PD Dr. Christopher Voigt-Goy, Reformationsgeschichte und Neuere Kirchengeschichte, Projekt Religionsfrieden, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz

Perspektiven einer staatlichen Konsolidierung in Syrien und ihre religionspolitischen Implikationen
VLR I Andreas Krüger, Auswärtiges Amt/ SWP, Berlin

Auf dem steinigen Weg zum Friedensschluss

Kriegsverdichtungen und Friedensfähigkeit. Verhandlungsmechanismen auf dem Weg zum Friedensschluss
Prof. Dr. Michael Rohrschneider, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte, Universität Bonn

Sonntag, 4. November 2018

Von der Friedenspolitik im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges zum Westfälischen Frieden
Dr. Maria-Elisabeth Brunert, Zentrum für Historische Friedensforschung, Universität Bonn

Der Friedensschluss – Analogien zur Gegenwart in Nahost?
Dr. Patrick Milton, John-F.-Kennedy Institute for North American Studies, Cambridge/ Berlin

Syrien liegt in Europa?
Podiumsdiskussion und Plenum mit
Michael Rohrschneider, Holger Böning, Jörg Armbruster und Andreas Krüger
Moderation: Dr. Karlies Abmeier und Dr. Stephan Schaede

 

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