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Rückblick auf:

Auf dem Weg zu einem neuen evangelischen Eheverständnis

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
vom 31. August bis 01. September 2018


©EvangelischeAkademieLoccum_FK

Landesbischof Ralf Meister (rechts) und Akademiedirektor Dr. Stephan Schaede diskutierten mit 50 Tagungsteilnehmenden über die Perspektive der Evangelischen Landeskirchen auch auf die "Ehe für alle".

Loccum/Kreis Nienburg (epd). Ein Jahr nach dem Beschluss des Bundestages zur "Ehe für alle" denkt die hannoversche Landeskirche über ein vertieftes und erneuertes Bild der Ehe nach. "Viele Menschen fragen: Wo geht es hin mit der evangelischen Ehe und was ist ihr Kennzeichen?", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am Wochenende bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum bei Nienburg dem epd. "In der Vielfalt der Lebensformen ist es wichtig, sich immer wieder darauf zu verständigen, in welchem Rahmen diese unterschiedlichen Formen gelebt werden." Es gehe darum, "Leitplanken" für Ehe und Familie zu finden.

Der Bundestag hatte im Sommer 2017 beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Dies werfe viele Grundsatzfragen auf, sagte Meister. Er hoffe, dass die Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Paare weiter wachse. "Zugleich wünsche ich mir, dass Menschen, die verbindlich zusammenleben wollen, das Geschenk eines Traugottesdienstes annehmen und sich der Kostbarkeit des Segens Gottes bewusst sind."

In der größten deutschen Landeskirche zwischen Hann. Münden und der Nordseeküste wurden im vergangenen Jahr 5.835 Paare evangelisch getraut. Hinzu kommt eine nicht näher bezifferte Zahl von Segnungen homosexueller Paare. Die Akzeptanz dafür sei in den vergangenen Jahren in der evangelischen Landeskirche erheblich gestiegen, sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries.

Die Landeskirche hatte 2014 einen liturgischen Text für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vorgelegt. Doch inzwischen habe sich die Situation weiter verändert, sagte de Vries. "Damals kamen Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften. Jetzt kommen Menschen, die die Ehe geschlossen haben." Die Kirche müsse sich nun auf einen einheitlichen Umgang mit Segnung und Trauung verständigen.

An der Tagung nahmen leitende Theologen aus ganz Deutschland teil. Einige deutsche Landeskirchen haben bereits beschlossen, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mit der traditionellen Trauung gleichzustellen. Allerdings seien die Beschlusslagen in den 20 Landeskirchen sehr unterschiedlich, sagte der Vizepräsident im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Horst Gorski. "Nicht alle werden diese Schritte im selben Tempo machen, und das muss man auch akzeptieren."

 


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Landessuperintendent Eckhard Gorka, Senior des Bischofsrates der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, eröffnete die "Ehe-Tagung" in Loccum.

 

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