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Rückblick auf:

Auf dem Weg zu einem neuen evangelischen Eheverständnis

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
vom 31. August bis 01. September 2018

Dr. Gorski
©Evangelische Akademie Loccum_FK

Auf der Tagung referierte auch der Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD,
Dr. Horst Gorski, zum evangelischen Eheverständnis.


Die Evangelische Akademie Loccum und der Bischofsrat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers initiierten vom 31. August bis 1. September eine Tagung, um einen Beitrag zu einem neuen evangelischen Eheverständnis zu leisten. Hintergrund war die im Sommer 2017 vom Deutschen Bundestag mehrheitlich beschlossene "Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts" und die unterschiedlichen Positionen evangelischer Landeskirchen zu diesem Thema. Folgende Fragen wurden von zirka 50 Fachtheolog/innen, Synodalen, Geistlichen in Gemeinden und mit kirchenleitender Verantwortung aus dem Raum der EKD-Gliedkirchen diskutiert: Wie wird zurzeit die Ehe christlich gesehen und in der protestantischen Landschaft verstanden? Welche Veränderungsdynamiken hat es im evangelischen Eheverständnis gegeben, was ergibt sich aus einer gegenwärtigen Lektüre biblischer Texte für die Lebensform Ehe und wie kann also die Ehe als evangelisch gedeutete Lebensform beschrieben werden? Ist die Trauung Segen oder mehr als ein Segen und wie kann die Ehe in der klassischen Dialektik von weltlich Ding und heiligem Stand kirchenrechtlich und dann auch theologisch gedeutet werden?

 

Podium: de Vries et alii
©Evangelische Akademie Loccum_FK

Auf dem Podium diskutierten unter anderem (v.l.n.r.): Dr. Horst Gorski, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD; Prof. Dr. Reiner Anselm, Systematische Theologie, LMU München; Akademiedirektor Dr. Stephan Schaede; OKRn Ellen Radtke, Studienleiterin, Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie, Hannover; Vizepräsident des Landeskirchenamtes Arend de Vries, Hannover.


Bericht des Deutschlandfunks über diese Tagung:

Weltlich Ding, heiliger Stand, perfektes Event
https://www.deutschlandfunk.de/ehe-weltlich-ding-heiliger-stand-perfektes-event.886.de.html?dram:article_id=426852



©EvangelischeAkademieLoccum_FK

Landesbischof Ralf Meister (rechts) und Akademiedirektor Dr. Stephan Schaede diskutierten mit 50 Tagungsteilnehmenden über die Perspektive der Evangelischen Landeskirchen auch auf die "Ehe für alle".

Aus der Tagung ging auch ein Bericht des Evangelischen Pressedienstes hervor:
Hannoversche Landeskirche will Bild der Ehe vertiefen

Loccum/Kreis Nienburg (epd). Ein Jahr nach dem Beschluss des Bundestages zur "Ehe für alle" denkt die hannoversche Landeskirche über ein vertieftes und erneuertes Bild der Ehe nach. "Viele Menschen fragen: Wo geht es hin mit der evangelischen Ehe und was ist ihr Kennzeichen?", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am Wochenende bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum bei Nienburg dem epd. "In der Vielfalt der Lebensformen ist es wichtig, sich immer wieder darauf zu verständigen, in welchem Rahmen diese unterschiedlichen Formen gelebt werden." Es gehe darum, "Leitplanken" für Ehe und Familie zu finden.

Der Bundestag hatte im Sommer 2017 beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Dies werfe viele Grundsatzfragen auf, sagte Meister. Er hoffe, dass die Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Paare weiter wachse. "Zugleich wünsche ich mir, dass Menschen, die verbindlich zusammenleben wollen, das Geschenk eines Traugottesdienstes annehmen und sich der Kostbarkeit des Segens Gottes bewusst sind."

In der größten deutschen Landeskirche zwischen Hann. Münden und der Nordseeküste wurden im vergangenen Jahr 5.835 Paare evangelisch getraut. Hinzu kommt eine nicht näher bezifferte Zahl von Segnungen homosexueller Paare. Die Akzeptanz dafür sei in den vergangenen Jahren in der evangelischen Landeskirche erheblich gestiegen, sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries.

Die Landeskirche hatte 2014 einen liturgischen Text für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vorgelegt. Doch inzwischen habe sich die Situation weiter verändert, sagte de Vries. "Damals kamen Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften. Jetzt kommen Menschen, die die Ehe geschlossen haben." Die Kirche müsse sich nun auf einen einheitlichen Umgang mit Segnung und Trauung verständigen.

An der Tagung nahmen leitende Theologen aus ganz Deutschland teil. Einige deutsche Landeskirchen haben bereits beschlossen, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mit der traditionellen Trauung gleichzustellen. Allerdings seien die Beschlusslagen in den 20 Landeskirchen sehr unterschiedlich, sagte der Vizepräsident im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Horst Gorski. "Nicht alle werden diese Schritte im selben Tempo machen, und das muss man auch akzeptieren."

 


©EvangelischeAkademieLoccum_FK

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Senior des Bischofsrates der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, eröffnete die "Ehe-Tagung" in Loccum.

 

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