Auf die Fragen „Was läuft gut?, „Was läuft nicht so gut?“ und „Was muss geklärt werden?“ ergab sich folgender Eindruck:
Sinnhaftigkeit des Schulvorstandes
- Der Schulvorstand, so die Erfahrungen einiger Teilnehmenden, stehe isoliert neben den anderen Gremien und Arbeitsgruppen.
- Er wird in manchen Schulen nur als „Abnickorgan“ betrachtet und würde damit zur Farce.
- An vielen Schulen nehmen zudem die Schülervertreter selten an den Sitzungen teil, sind auf sich allein gestellt und nicht auf ihre Arbeit vorbereitet worden. Hier sehen viele Eltern großen Handlungsbedarf.
Zusätzliche Belastung der Lehrer
- Insgesamt ist bei vielen Eltern der Eindruck einer gewissen Reformmüdigkeit bei Lehrern und Schulleitungen entstanden.
- Es scheint, als würden die Kollegien vieler Schulen den Schulvorstand als Störfaktor in ihren Routinen und Eingriff in ihre Kompetenzen betrachten. Es scheint ihnen schwerzufallen, Eltern und Schüler als Ideengeber zu akzeptieren.
- Ebenso entsteht der Eindruck, dass sich die Lehrer stärker als bisher beobachtet und kontrolliert fühlen. Das wiederum führt zu Verunsicherung mit der Konsequent, dass so wenig wie möglich transparent gemacht wird. Angst und Beharrungsvermögen, ihre Arbeitsweise ändern zu müssen, seien die vorherrschende Stimmung in Kollegium.
- Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops brachten allerdings ein gewisses Verständnis auf für die Situation der Lehrer, denn sie seien zurzeit durch die Gleichzeitigkeit vieler Reformen (Eigenverantwortliche Schule, Schulinspektion, Einführung der Kerncurricula ggf. Umstellung auf Ganztagsbetrieb ...) stark gefordert.
- Dennoch: All diese Reformen bieten mehr Chancen als Nachteile!
Zusammenarbeit und Kommunikation
- Die Zusammenarbeit der Fraktionen (Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleiter) und die Kommunikation/der Informationsfluss zwischen den Gruppen sind an einigen Schulen gut (gelungene Einigungsprozesse, gute Ausstattung mit Infomaterial, gute Erreichbarkeit der Schulleitung), an anderen noch verbesserungsfähig. Die Kommunikation und Zusammenarbeit müssen aber gut funktionieren, damit die Arbeit im Schulvorstand gelingen kann. Hier besteht deshalb noch großer Handlungsbedarf.
- Darüber hinaus scheint an manchen Schulen unklar zu sein, welche Aufgaben der Schulvorstand im Wesentlichen hat. Auch hier besteht Klärungs- und Erklärungsbedarf.
- Handlungsbedarf besteht darüber hinaus in der Verständigung und verbindlichen Vereinbarung von Verfahren, wie absprachen erfolgen sollen.
- An vielen Schulen werden die Lehrkräfte entweder von der Schulleitung „eingenordet“ oder nehmen vertreten ihre persönlichen Eigeninteressen. Im ersten Fall entscheidet der Schulleiter in Pattsituationen meist zugunsten der Lehrerfraktion (Taktieren des Schulleiters). Im zweiten Fall scheint es, als seien die Lehrer im Hinblick auf die Themen im SchuVo nicht untereinander abgestimmt und bildeten sich ihre Meinung „just in time“.