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Einsamkeit begegnen – Verbundenheit stärken

Handlungsansätze für Kirche, Politik und soziale Akteure

In Kooperation mit: Kompetenznetz Einsamkeit (ISS e.V.), Interdisziplinäres Forschungsnetzwerk Einsamkeit (InLoNe)

09.11.2026 - 11.11.2026

Thema

Einsamkeit wächst – und mit ihr die Gefahren für Gesundheit, Zusammenhalt und Demokratie. Die Tagung macht Einsamkeit als gesamtgesellschaftliches Phänomen sichtbar und fragt: Welche Räume, Rituale und Praktiken ermöglichen Verbundenheit? Wie können kirchliche Gemeinschaften Menschen unterstützen, soziale Bindungen zu pflegen? Interdisziplinäre Perspektiven entwickeln Handlungsansätze, die kirchliches Engagement mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden.

Montag, 09.11.2026
15:00 Uhr
Ankunft, Kaffee, Kuchen

15:30 Uhr
Begrüßung und Eröffnung der Tagung

Dr. Bastian König, Studienleiter, Evangelische Akademie Loccum

Mirjam Dierkes, Projektleiterin Kompetenznetz Einsamkeit (ISS/KNE), Berlin

15:45 Uhr
Kennenlernen und thematisches Warmup

16:30 Uhr
Die Verortung der Einsamkeit: Psychologie und Theologie

Dr. Martin Gibson-Kunze, wissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftler Kompetenznetz Einsamkeit (ISS/KNE)

Stephanie Hecke, theologische Referentin bei der Diakonie Deutschland, Berlin. Autorin: „Die stille Gefährtin. Einsamkeit verstehen und überwinden“

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
Öffentliche Abendlesung in Hörsaal A

-
"Mutterseelenallein. Warum viele Mütter heute einsam sind und was sich dagegen tun lässt"

Dr. Sabine Diabatè, Wissenschaftlerin am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung BiB, Köln

21:00 Uhr
Ausklang auf der Galerie

Dienstag, 10.11.2026
08:15 Uhr
Andacht, anschl. Frühstück

09:15 Uhr
"Unerhört! Diese Einsamen": Wahrnehmungen und Wirkungen aus diakoniewissenschaftlicher Perspektive

Prof. Dr. Anika Christina Albert, Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement, Schwerpunkt Praktische Theologie am Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM), Bielefeld

10:30 Uhr
Einsamkeit und Demokratie

Prof. Dr. Berthold Vogel, Geschäftsführender Direktor Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V., Göttingen

11:30 Uhr
Demokratie fehlt Begegnung. Über Alltagsorte des sozialen Zusammenhalts. (online)

Dr. Rainald Manthe, Soziologe und Autor, Berlin

12:30 Uhr
Mittagessen

14:00 Uhr
Zwei parallele, vertiefende Vorträge:

-
Einsamkeit und Religionszugehörigkeit; Einblicke aus der international vergleichenden Forschung

PD Dr. Janosch Schobin, Kompetenznetz Einsamkeit des Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main und Koordinator des BMBF-Projektes WeAreOne an der Georg-August-Universität Göttingen

-
Unerhört einsam. Poimenische Perspektiven und (deren) kirchentheoretische Reflexion (onine)

Prof. Dr. Christine Wenona Hoffmann, Professorin für Praktische Theologie, Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt am Main

15:00 Uhr
Kaffee und Kuchen

15:30 Uhr
Workshops: Einsamkeit bei bestimmten Gruppen

-
Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen

PD Dr. Severine Thomas, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim

-
Singles

Marion Heigl, Leitung der Geschäftsstelle EmwAg e.V. Solo&Co; Das Netzwerk für Singles.

-
Alte Menschen

Dr. Dagmar Henze
Referentin Team Generationen und Geschlechter Evangelische Agentur der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

-
2 Projekte aus der Einsamkeit stellen sich vor

-
Silbernetz e.V. das Netzwerk gegen Einsamkeit im Alter

Elke Schilling, Erste Vorsitzende, Berlin

-
Wege aus der Einsamkeit e.V.

Dagmar Hirche, Vorstandsvorsitzende und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Hamburg

17:00 Uhr
Wo stehen wir jetzt?

Erste Konsequenzen für das eigene Handlungsfeld
Jede*r für sich - zu zweit - zu viert ... nach dem Schneeballprinzip

17:30 Uhr
Posterpräsentationen aus dem Forschungskolloquium des Kompetenzzentrum Einsamkeit (KNE)

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
Abendsalon zu "Zeiten der Einsamkeit"

mit PD Dr. Janosch Schobin

Moderation: Dr. Bastian König

21:00 Uhr
Ausklang auf der Galerie

Mittwoch, 11.11.2026
08:15 Uhr
Andacht, anschl. Frühstück

09:30 Uhr
Einsamkeit und soziale Arbeit

Prof. Dr. Michael Noack, Methode der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt
Gemeinwesenarbeit/Quartiermanagement Fachbereich Sozialwesen an der Hochschule Niederrhein

10:30 Uhr
Landkartenmethode, um vorbereitet in den Abschluss zu gehen

11:30 Uhr
Einsamkeit als politisches und kirchliches Handlungsfeld II

Stephan Kassel, Leiter des Referats 304 Familienpolitik, Seniorenpolitik, bürgerschaftliches Engagement, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Hannover

Dr. Herlind Megges, Referentin/Politikberaterin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), Berlin

Hans-Joachin Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hannover

12:30 Uhr
Ende der Tagung mit dem gemeinsamen Mittagessen

Mehr zum Thema

Einsamkeit ist heute ein zunehmend sichtbares gesellschaftliches Phänomen, das Menschen aller Altersgruppen und sozialen Milieus betrifft. Sie ist nicht nur ein individuelles Gefühl, sondern hat tiefgreifende soziale, politische und gesundheitliche Dimensionen. Zahlreiche Studien zeigen, dass chronische Einsamkeit die mentale Gesundheit erheblich belastet, das Risiko für Depressionen, Angststörungen und körperliche Erkrankungen erhöht und das subjektive Wohlbefinden mindert. Darüber hinaus wirkt sich Einsamkeit auf den sozialen Zusammenhalt aus: Sie kann Isolation, Misstrauen und eine Schwächung von Gemeinschaften fördern. Auch demokratische Strukturen stehen unter Druck, wenn kollektive Teilhabe und soziale Integration beeinträchtigt werden, da Einsamkeit gesellschaftliche Spaltungen verstärken kann. Vor diesem Hintergrund wird Einsamkeit zunehmend auch als Thema theologischer und ethischer Reflexion betrachtet. Aus soziotheologischer Perspektive stellt sich die Frage, wie Kirche und Gesellschaft auf Einsamkeit reagieren können, welche sozialen Räume, Rituale und Praktiken Teilhabe ermöglichen und wie die christliche Tradition auf existentielle Erfahrungen der Isolation und Verbundenheit antworten kann.

Ziel ist es, Einsamkeit als gesamtgesellschaftliches Phänomen und ihre Auswirkungen auf mentale Gesundheit, sozialen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe sichtbar zu machen. Sie will reflektieren, welche Rolle Kirche im Umgang mit Einsamkeit übernehmen kann: Welche Räume, Rituale und Formen der Teilhabe lassen sich stärken, um Isolation zu verringern? Wie können kirchliche Gemeinschaften Menschen dabei unterstützen, soziale Bindungen zu pflegen und existentielle Erfahrungen der Einsamkeit anzusprechen? Darüber hinaus sollen Handlungsperspektiven entwickelt werden, die kirchliches Engagement mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden und Impulse für sozialen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe geben.

Im Rahmen der Tagung wird das Kompetenznetz Einsamkeit (ISS e.V.) gemeinsam mit dem Interdisziplinären Forschungsnetzwerk Einsamkeit (InLoNe) ein Forschungskolloquium abhalten. Nachwuchswissenschaftler*innen sind über einen begleiteten Call for Papers eingeladen, ihre Forschungsprojekte vorzustellen und mit ausgewiesenen Expert*innen zu diskutieren. Die Tagungsteilnehmenden erhalten darüber hinaus die Möglichkeit, im Rahmen von Posterpräsentationen aktuelle Einblicke in laufende und abgeschlossene Einsamkeitsforschung zu gewinnen und sich in einem offenen Format auszutauschen.

 

Organisatorisches

Tagungsnummer

2665

Tagungsgebühren

Regulär
260€
Ermäßigt
160€

Die Tagungsgebühr beinhaltet Übernachtung, Verpflegung und Kostenbeitrag.
Für Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende sowie Arbeitslose gilt die ermäßigte Gebühr nur bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung.
Eine Reduzierung der Tagungsgebühr für eine zeitweise Teilnahme ist nicht möglich.

Zahlung

Bitte bezahlen Sie die Gebühren erst nach Erhalt einer Rechnung von uns.

Anreise

Informationen über die Anreise mit dem PKW oder der Bahn finden Sie hier