Heute startet die Evangelische Akademie Loccum als Partnerin in ein Verbundprojekt, das die VolkswagenStiftung mit rund 1,4 Millionen Euro unterstützt. Bei dem Loccumer Anteil handelt es sich um eine Fördersumme von über 180.000 Euro. Es ist der höchste Drittmittelbetrag, den die Akademie je für ein einzelnes Projekt einwerben konnte.
Die Umbrüche nach der deutschen Wiedervereinigung sind bis heute Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten. Nicht selten sind sie geprägt von Polarisierung, Vereinfachung und politischer Instrumentalisierung. Zugleich wird das Thema in den kommenden Jahren Gegenstand des Schulunterrichts. Wie mit diesen Herausforderungen und Chancen umgehen?
Hier setzt das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt „Reframe, Reflect, Connect – Transforming Memory Culture on (East) Germany’s Transformation“ an. Es verbindet Forschung, Bildung und Zivilgesellschaft, um neue Perspektiven auf Transformationsgeschichte zu eröffnen und den demokratischen Dialog nachhaltig zu fördern.
Verantwortlich für dieses Projekt an der Akademie sind die Studienleiter Dr. Philipp Buchallik und Dr. Albert Drews. „Wir möchten als Teil einer erinnerungskulturellen Intervention Räume für differenzierte Perspektiven in einer oft einseitig geführten Debatte schaffen. Loccum ist dafür der ideale Ort und bringt die richtigen Expertisen ein. Das hat offenbar auch die Volkswagenstiftung bei der Vergabe der Mittel überzeugt.“, so Drews.
Konkret bringt die Evangelische Akademie Loccum vor allem ihre Erfahrung in Dialogformaten, in der Methodenkompetenz, der Jugendbildung und im bildungspolitischen Transfer ein. Zum Projektkonsortium gehören vier weitere renommierte Kooperationspartner, die jeweils eigene Fördersummen erhalten sowie eigene Schwerpunkte und Expertisen in das Gesamtprojekt einbringen: das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, das mit Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller die Projektleitung übernimmt, die Professur für Didaktik der Geschichte an der Universität Göttingen sowie die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt und riesa efau. Kultur Forum Dresden. Der Verbund gehört zu den elf von der VolkswagenStiftung in der Förderlinie „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ geförderten Projekten. Er hat eine Laufzeit von viereinhalb Jahren.
Durch die Vernetzung der Projektpartner in Ost und West, aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Bildung werden ab sofort Formate, Materialien und Methoden entwickelt, die historische Erfahrungen vielfältig erzählen, gemeinsam reflektieren und mit aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden.
Akademiedirektorin Prof. Dr. Julia Koll sieht in dem Projekt und der Förderung eine große Chance: „Aus meiner Sicht trifft dieses Vorhaben einen Nerv – und zwar insbesondere mit Blick auf die aktuellen Erschütterungen der demokratischen Kultur. Umso dankbarer sind wir der VolkswagenStiftung, dass sie uns mit ihrer langfristigen und großzügigen Unterstützung ermöglicht, konzentriert an diesem Projekt zu arbeiten.“
Bereits vom 10. bis 12. November 2026 wird es einen ersten Workshop der Verbundpartner zum Start des Projektes geben – natürlich in Loccum.
Loccum, 1. September 2026
Zur VolkswagenStiftung
Die Volkswagen Stiftung ist Deutschlands größte private, gemeinnützige Wissenschaftsförderin. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre. Das Stiftungskapital beträgt 4,3 Mrd. Euro. Im Jahr 2025 wurden mehr als 300 Millionen Euro für die Förderung von Forschung und Lehre bewilligt. Sitz der Geschäftsstelle ist Hannover. Weitere Informationen zur Volkswagenstiftung finden Sie hier: www.volkswagenstiftung.de
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Die Studienleiter Dr. Philipp Buchallik (links) und Dr. Albert Drews (rechts) haben bei der VolkswagenStiftung einen Zuschlag für Ihre Projektbewerbung erhalten.