Vom 18. bis 20. August fand eine Schülertagung mit dem Thema „Influencer:innen: Einfluss, Macht und Öffentlichkeiten im digitalen Zeitalter“ statt. 85 Teilnehmer:innen diskutierten dabei die Rolle von „Influencer:innen“ bei der Herstellung digitaler Öffentlichkeiten. Diese können Vorbilder, Ratgeber:innen, Aufklärer:innen, aber auch Einflüster:innen fragwürdiger Inhalte und bloße Instrumente des Marketings sein. In der Tagung wurden Influencer:innen auf drei Ebenen fokussiert:
1. Auf der Ebene der persönlichen Beziehung der Teilnehmer:innen zu ihnen. Es wurden sowohl die Forschungslage als auch die individuellen Erfahrungen der Teilnehmenden bearbeitet, etwa im Rahmen einer mediensoziologischen Forschungswerkstatt zu den Eigenheiten von der special interest publics von Influencer:innen oder der Analyse der eignen Mediennutzung zur individuellen Meinungsbildung.
2. Auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene. So wurden die digitalen Plattformen als Ermöglicherinnen und Treiber von Content Creation beleuchtet, deren Geschäftsmodell zentral darauf beruht, dass Dritte Inhalte erstellen. Es ging um Konstellationen und Dynamiken von Hate Speech und der diesbezüglichen Rolle von Influencer:innen (Anlass, Inkubatoren, Moderatoren etc.). Ferner wurden die Gründe für die Wirkmacht von Influencer:innen analysiert (z.B. parasoziale Beziehungen, sozialer Vergleich, Microtargeting) und nicht zuletzt der aktuelle Strukturwandel von Öffentlichkeit hin zu intimisierten Öffentlichkeiten, die nicht nach der Logik des besseren Arguments, sondern v.a. über (vermeintliche) Authentizität und Emotionen funktionieren.
3. Auf der Ebene der Content Creators und ihrem (professionellen) Umfeld selbst. Dazu trugen insbesondere Gespräche und Workshops mit Praktikerinnen aus der Creator und Marketingbranche sowie von der entsprechenden Aufsichtsbehörde bei.