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Faktoren des Kirchgangs heute:

Ergebnisse - Interpretationen - Konsequenzen

In Zusammenarbeit mit der Liturgischen Konferenz und dem Pastoralkolleg Niedersachsen

13.09.2019 - 14.09.2019

Thema

Wann und warum gehen Menschen heute zur Kirche? Was motiviert sie, Gottesdienste zu besuchen, und was hindert sie daran? Was macht einen Gottesdienst wirklich attraktiv und einladend? Eine neue deutschlandweite Studie der Liturgischen Konferenz widmet sich diesen Fragen. Über 12.000 Menschen haben sich im Frühsommer 2018 daran beteiligt. Nun sollen Ergebnisse der Studie vorgestellt und diskutiert sowie über mögliche Konsequenzen beraten werden.

Am 10. Juli 2019 erschien bereits ein Bericht des Evangelischen Pressedienstes, der auch auf die Auswertungstagung hinweist:

Studie: Sonntagsgottesdienst immer weniger attraktiv

Hannover/Loccum (epd). Der übliche Gottesdienst am Sonntagmorgen ist zunehmend nur noch für Ältere und ehrenamtlich Engagierte attraktiv. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Liturgischen Konferenz in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Angesichts schwindender personeller und finanzieller Ressourcen, vor allem aber mit Blick auf die geringe Reichweite sollte vielerorts engagierter und ergebnisoffener über seinen Fortbestand diskutiert werden“, schreiben die Autoren über den Sonntagsgottesdienst.

Am Dienstag wurde eine erste Auswertung der Studienergebnisse in Hannover veröffentlicht. Die Ergebnisse sollen am 13./14. September bei einer Tagung an der Evangelischen Akademie Loccum bei Nienburg diskutiert werden.

Laut der Studie ist nach wie vor der Weihnachtsgottesdienst einer der wichtigsten Gottesdienste im Kirchenjahr, gerade für Menschen, die selten oder sonst gar nicht in die Kirche gehen. Auch die sogenannten Kasualien wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gehören zu jenen kirchlichen Angeboten, die viele Menschen ansprechen. Neue Kasualien wie etwa Gottesdienste zur Einschulung und andere Gottesdienste, die Lebensereignisse begleiten, sprechen deutlich mehr Menschen an als der klassische Sonntagsgottesdienst. Letzterer bleibe aber für das Image des Gottesdienstes prägend, schreiben die Autoren der Studie.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass weniger das Geschlecht und der Bildungsstand einen Einfluss darauf haben, ob und wie oft jemand in den Gottesdienst geht. Vielmehr seien das Alter und die Kirchenbindung entscheidend. Der Grad der eigenen Religiosität und die Gottesdienstgestalt seien ausschlaggebende Motive, die für oder auch gegen einen Kirchgang sprechen. Daraus folge, dass es um mehr gehe als um eine „ansprechende Verpackung religiöser Inhalte oder das Schaffen günstiger Gelegenheiten“, schreiben die Autoren. Es gehe um religiöse Bildung. Wer als Kind häufig Gottesdienste besucht hat, der tue dies auch als Erwachsener.

Für die Studie wurden die Daten von etwa 10.400 Menschen ausgewertet, die zwischen März und Juli 2018 an einer Befragung teilgenommen hatten. Insgesamt beteiligten sich mehr als 12.000 Personen – laut Studien-Verfassern eine „erstaunlich“ hohe Zahl. 90 Prozent der Befragten gaben an, evangelisch zu sein. Knapp 80 Prozent sagten, sie fühlten sich der Kirche verbunden.

Programm

13:30 Uhr
Anreise und Stehkaffee

14:00 Uhr
Kirchgangsstudie 2018: Ergebnisse im Überblick

PD Dr. Julia Koll, Ev. Akademie Loccum
Dr. Jochen Kaiser, Reformierte Kirche Zürich

15:45 Uhr
Arbeitsgruppen zu einzelnen Aspekten der Studie moderiert von Mitgliedern des LK-Ausschusses „Faktoren des Kirchgangs“

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(1) Jugendliche und Gottesdienst

Carsten Haeske, Leiter des Fachbereichs Gottesdienst und Kirchenmusik am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Ev. Kirche von Westfalen, Schwerte
Christian Windhorst, Kreiskantor im Kirchenkreis Ronnenberg, Gehrden

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(2) Religiöse Motive des Kirchgangs

PD Dr. Folkert Fendler, Rektor des Pastoralkollegs Niedersachsen, Loccum

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(3) Verschiedene Informationswege und Gottesdienstorte

Dr. Gerald Hagmann, Superintendent im Kirchenkreis Bochum

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(4) Biographische Schwankungen im Teilnahmeverhalten

OKR Dr. Martin Teubner, Referent für Gottesdienst und Amtshandlungen, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Dresden

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(5) Was Menschen in Gottesdiensten erleb(t)en - als Kind und heute

Dr. Jochen Kaiser, Referent für Musik und Gemeindeentwicklung, Reformierte Kirche Kanton Zürich

17:15 Uhr
Dasselbe Angebot, mit Gruppenwechsel

19:30 Uhr
Die Kirchgangsstudie im Horizont der empirischen Gottesdienstforschung: Kritisch-konstruktive Anmerkungen aus soziologischer Sicht

PD Dr. Hilke Rebenstorf, Wiss. Referentin am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, Hannover

21:00 Uhr
Begegnungen auf der Galerie

09:30 Uhr
Welches Gottesdienstverständnis kommt in den Antworten zum Vorschein – und wie verhält sich das zu unseren Traditionen?

Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck, Vorsitzender der Liturgischen Konferenz, Lehrstuhl für Religionspädagogik, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

11:30 Uhr
Brainstormen in funktionsspezifischen Kleingruppen: Was folgt daraus?

13:30 Uhr
Welche Faktoren des Kirchgangs lassen sich wie beeinflussen? Welche Konsequenzen legt die Studie nahe? Vier Statements:

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Gemeindepfarramt:

Dankmar Pahlings, Ev. Kirchengemeinde Osternienburg, Kirchenkreis Köthen, Ev. Landeskirche Anhalts

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Kirchenmusik:

Daniela Brinkmann, Kreiskantorin im Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg, Rinteln

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Kirchenleitung:

Helmut Wöllenstein, Propst des Sprengels Marburg, Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck

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Gottesdienstentwicklung:

OKR Dr. Matthias Kreplin, Leiter des Referats für Verkündigung, Gemeinde und Gesellschaft, Ev. Kirche in Baden, Karlsruhe

-
Abschlussdiskussion im Plenum

15:00 Uhr
Ende der Tagung mit Tee, Kaffee und Kuchen

15:20 Uhr
Abfahrt des Zubringerbusses

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Das gottesdienstliche Leben hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in erheblichem Maße ausdifferenziert. Früher gab es den Sonntagsgottesdienst, die kirchlichen Feste im Jahreskreis und die klassischen Kasualien. Heute sind zahlreiche anlass- und zielgruppenbezogene Gottesdienste hinzugekommen: vom Zweiten Programm über Krabbelgottesdienste bis zu Hubertusmessen, von Gottesdiensten im Kino oder im Stadtpark bis zu Trauer- und Gedenkgottesdiensten in extremen gesellschaftlichen Situationen.
Durch diese Pluralisierung, aber auch im Zuge des allgemeinen kirchlichen Wandels haben sich die Kirchgangssitten verändert. Wie genau, ist jedoch bisher kaum erforscht worden.

Wann und warum gehen Menschen heute zur Kirche? Was motiviert sie, Gottesdienste zu besuchen, und was hindert sie daran? Was macht einen Gottesdienst wirklich attraktiv und einladend?

Eine neue deutschlandweite Studie der Liturgischen Konferenz widmet sich diesen Fragen. Fast 12.000 Menschen haben sich im Frühsommer 2018 daran beteiligt. Auf dieser Tagung sollen die Ergebnisse und ersten Auswertungen der Studie vorgestellt und gemeinsam mit Expert*innen interpretiert werden.

In Arbeitsgruppen wird Gelegenheit geboten, sich mit ausgewählten Aspekten vertiefend zu beschäftigen – z.B. mit Jugend und Gottesdienst, explizit religiösen Kirchgangsmotiven, biographischen Schwankungen im Teilnahmeverhalten. Religionssoziologische Einsichten kommen ebenso zur Sprache wie eine gottesdienst­theologische Würdigung der Ergebnisse. Abschließend soll miteinander über mögliche Rückschlüsse für das kirchliche Handeln beraten werden.

Sie sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren!

PD Dr. Julia Koll, Studienleiterin, Ev. Akademie Loccum
PD Dr. Folkert Fendler, Rektor, Pastoralkolleg Niedersachen, Loccum
Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck, Vorsitzender der Liturgischen Konferenz, Bonn
Dr. Stephan Schaede, Direktor, Ev. Akademie Loccum

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Organisatorisches

Tagungsnummer

1951

Tagungsgebühren

Regulär
120€
Ermäßigt
70€

Die Tagungsgebühr beinhaltet Übernachtung, Verpflegung und Kostenbeitrag.
Für Schülerinnen und Schüler, Studierende bis 35 Jahre, FSJler und Arbeitslose Ermäßigung nur gegen Bescheinigung. Eine Reduzierung der Tagungsgebühr für eine zeitweise Teilnahme ist nicht möglich.

Stornierung

Bei einer Absage nach dem 30.08.2019 müssen wir Ihnen 50% der Tagungsgebühr in Rechnung stellen.
Bei einer Absage nach dem 06.09.2019 müssen wir Ihnen 80% der Tagungsgebühr in Rechnung stellen.

Überweisungen

Bitte überweisen Sie die Tagungsgebühr unter Angabe Ihres Namens und der Buchungsnummer 12634 auf folgendes Konto:

Evangelische Bank eG
IBAN: DE36 5206 0410 0000 0060 50
BIC: GENODEF1EK1

Anreise

Informationen über die Anreise mit dem PKW oder der Bahn finden Sie hier

Es besteht eine direkte Verbindung zur Akademie mit dem Zubringerbus ab dem Bahnhof in Wunstorf.
Zur Akademie - Abholung am Bahnhof Wunstorf, Ausgang ZOB: 13.09.2019, 12:55 Uhr
Zum Bahnhof - Ankunft am Bahnhof Wunstorf (voraussichtlich): 14.09.2019, 16:00 Uhr

Bitte setzen Sie im Anmeldeformular bei gewünschter Mitfahrt im Zubringerbus die entsprechende Auswahl, da die Plätze begrenzt sind.