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Strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen: Deutschlands Rolle im Völkerstrafrecht

In Kooperation mit dem Arbeitskreis „Die Strafjustiz in Niedersachsen“

18.09.2026 - 20.09.2026

Thema

Die Tagung beleuchtet die Weiterentwicklung des Völkerstrafgesetzbuches und Deutschlands Rolle in der internationalen strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechen. Im Fokus stehen die Stärkung von Opferrechten, der Umgang mit sexualisierter Gewalt sowie Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung des Völkerstrafrechts. Expert*innen aus Justiz, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren notwendige Maßnahmen, um Deutschlands Beitrag im Völkerstrafrecht zu stärken.

Freitag, 18.09.2026
15:30 Uhr
Anreise der Teilnehmer*innen / Nachmittagskaffee

16:00 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Tagung

Dr. Jordanka Telbizova-Sack, Ev. Akademie Loccum

16:20 Uhr
Die Nürnberger Prozesse - Grundlagen und Nachwirkungen

Prof. Dr. Stefanie Bock, Marburg

17:15 Uhr
Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY)

Richter a. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schomburg, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Bernd-Dieter Meier, Leibniz Universität Hannover

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
Filmvorführung: A Man Can Make a Difference mit anschließender Diskussion

21:00 Uhr
Informeller Ausklang auf der Galerie

Samstag, 19.09.2026
08:15 Uhr
Morgenandacht und Frühstück

09:15 Uhr
Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH)

Einleitung: Struktur, Zuständigkeit und aktuelle Verfahren
Prof. Dr. Aziz Epik, LL.M, Internationels Strafrecht und Kriminologie, Universität Hamburg

10:15 Uhr
Praxisbericht aus dem IStGH

Prof. Dr. Bertram Schmitt, Richter am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Den Haag, Professor an der Universität Würzburg

11:15 Uhr
Perspektiven der Verteidigung im Völkerstrafrecht

Nathalie von Wistinghausen, Fachanwältin für Strafrecht, Berlin
Moderation: Rechtsanwalt Dr. Asbjørn Mathiesen, Hannover

12:30 Uhr
Mittagessen

13:30 Uhr
Klosterführung (optional)

Zisterzienser-Kloster Loccum (gegründet 1163)

15:00 Uhr
Kaffee und Kuchen

15:30 Uhr
Verfahren nach dem Völkerstrafgesetzbuch (VStGB)

Praxis der deutschen Strafjustiz im Völkerstrafrecht (Richter/in N.N.)

16:30 Uhr
Aktuelle Herausforderungen der Strafverteidigung nach dem VStGB

Dr. Andrej Umansky, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht bei Gazeas Nepomuck Rechtsanwälte, Köln

17:30 Uhr
Strategische Prozessführung und Menschenrechtsarbeit

RA Arne Bardelle, European Center of Constitutional and Human Rights (ECCHR), Berlin
Moderation: RiOLG Frank Bornemann, Celle

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
Austausch in Kleingruppen

20:00 Uhr
Ausklang des Abends auf der Galerie der Akademie

Sonntag, 20.09.2026
08:15 Uhr
Morgenandacht und Frühstück

09:30 Uhr
Alternative Formen der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen / Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Prof. Dr. Buckley-Zistel, Professorin für Friedens- und Konfliktforschung und Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg

Moderation: Jordanka Telbizova-Sack

10:20 Uhr
Zusammenfassung und Ausblick

Prof. Dr. Sascha Ziemann, Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht mit interdisziplinären Bezügen, Leibniz Universität Hannover

10:40 Uhr
Pause

11:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Wie wirksam ist das Völkerstrafrecht heute?

Christian Jakob, die Tageszeitung (taz), Berlin
Prof. Dr. Buckley-Zistel, Universität Marburg
Professor Dr. Bertram Schmitt, Richter am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag
RA Arne Bardelle, European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)

Moderation: Dr. Cornelius Nestler, Köln

12:30 Uhr
Ende der Tagung mit dem Mittagessen

13:15 Uhr
Bustransfer nach Wunstorf

Mehr zum Thema

Das moderne Völkerstrafrecht zählt zu den bedeutendsten Errungenschaften des internationalen Rechts im 20. Jahrhundert. Es bildet bis heute die Grundlage für die strafrechtliche Verfolgung schwerster Verbrechen und trägt zur Sicherung von Frieden, Menschenrechten und internationaler Ordnung bei. Angesichts aktueller globaler Konflikte – vom Angriffskrieg gegen die Ukraine über dem Krieg im Nahen Osten bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen in verschiedenen Teilen Afrikas – wird die anhaltende Relevanz dieses Rechtsgebiets besonders deutlich. Zugleich zeigen sich die komplexen Herausforderungen bei der Verfolgung von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Angriffshandlungen, die ein hohes Maß an internationaler Zusammenarbeit, juristischer Präzision und politischer Sensibilität erfordern.

Deutschland nimmt seit Einführung des Völkerstrafgesetzbuchs (2002) eine besondere Rolle ein. Auf Grundlage des Weltrechtsprinzips können schwerste Verbrechen unabhängig von Tatort und Staatsangehörigkeit verfolgt werden. Aktuelle Reformen zielen unter anderem auf eine Stärkung der Opferrechte, mehr öffentliche Sichtbarkeit und eine erweiterte Berücksichtigung sexualisierter Gewalt sowie des Verschwindenlassens von Personen. Diese Entwicklungen werfen grundlegende rechtliche, politische und ethische Fragen auf.

Die Tagung bietet Raum, zentrale Fragen des Völkerstrafrechts zu vertiefen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und die Rolle Deutschlands im internationalen Gefüge kritisch zu reflektieren. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel nationaler und internationaler Gerichte sowie Perspektiven einer effektiven und opferorientierten Strafverfolgung.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Tagung ein!

Organisatorisches

Tagungsnummer

2654

Tagungsgebühren

Regulär
300€
Ermäßigt
200€

Die Tagungsgebühr beinhaltet Übernachtung, Verpflegung und Kostenbeitrag.
Für Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende sowie Arbeitslose gilt die ermäßigte Gebühr nur bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung.
Eine Reduzierung der Tagungsgebühr für eine zeitweise Teilnahme ist nicht möglich.

Stornierung

Bei einer Absage nach dem 08.09.2026 müssen wir Ihnen 50% der Tagungsgebühr in Rechnung stellen.
Bei einer Absage nach dem 14.09.2026 müssen wir Ihnen 100% der Tagungsgebühr in Rechnung stellen.
Bei nicht erfolgter Absage müssen wir die gesamte Tagungsgebühr in Rechnung stellen.

Zahlung

Bitte bezahlen Sie die Gebühren erst nach Erhalt einer Rechnung von uns.

Anreise

Informationen über die Anreise mit dem PKW oder der Bahn finden Sie hier

Es besteht eine direkte Verbindung zur Akademie mit dem Zubringerbus ab dem Bahnhof in Wunstorf.
Zur Akademie - Abholung am Bahnhof Wunstorf, Ausgang ZOB: 18.09.2026, 14:30 Uhr
Zum Bahnhof - Ankunft am Bahnhof Wunstorf (voraussichtlich): 20.09.2026, 13:50 Uhr

Bitte setzen Sie im Anmeldeformular bei gewünschter Mitfahrt im Zubringerbus die entsprechende Auswahl, da die Plätze begrenzt sind.