Grenzenlose Gewalt
Ursachen und Folgen des internationalen Terrorismus
Eine Tagung für Schülerinnen und Schüler der SEK II
26.08.2019 - 28.08.2019
Ursachen und Folgen des internationalen Terrorismus
Eine Tagung für Schülerinnen und Schüler der SEK II
26.08.2019 - 28.08.2019
Terrorismus bringt die Menschen aus der Fassung und er tut dies mit voller Absicht. Wegen der hohen Emotionalität und der Ängste, die er auslöst, steht seine Bekämpfung ganz oben auf der Agenda internationaler Politik. Ziel der Tagung ist es, das komplexe Phänomen des internationalen/transnationalen Terrorismus sowie seine Ursprünge und Folgen an ausgewählten Beispielen zu beleuchten.
Auf der Tagung sprach auch die frühere Terrorgeisel Marc Wallert. Der Evangelische Pressedienst berichtete im Zusammenhang mit der Tagung über Wallert:
Loccum/Göttingen (epd). Der als Terrorgeisel bekannte Göttinger Marc Wallert ist Ende August zu Gast bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum bei Nienburg. Vor Schülerinnen und Schülern spricht er dort über das Thema „Überleben und weiterleben“, wie die Akademie mitteilte. Wallert wurde im Jahr 2000 gemeinsam mit seinen Eltern und anderen Touristen während eines Tauchurlaubs in Ostasien von einer islamistischen Terrorgruppe entführt. 140 Tage lang lebte er als Geisel im philippinischen Dschungel. Die Schülertagung „Grenzenlose Gewalt. Ursachen und Folgen des internationalen Terrorismus“ läuft vom 26. bis 28. August.
Heute arbeitet Wallert als Experte und Vortragsredner zum Thema Resilienz. Dabei leitet er Menschen an, wie sie psychische Widerstandskraft entwickeln und schwierige Lebenssituationen ohne dauerhafte Beeinträchtigung überstehen können. Während der Krisenzeit der Entführung habe es ihm geholfen, einen kühlen Kopf zu bewahren, sagte er laut einer Ankündigung der Akademie: „Dasselbe würde ich auch der Politik empfehlen, wenn sie auf Terror reagieren muss.“ Ihm persönlich habe in der Krise auch sein Humor geholfen.
Hass auf die Täter habe er damals wie heute nicht empfunden. „Terroristen sind nicht alle auf die gleiche Weise von Hass und Gewalt geprägt“, sagte Wallert, der zur Zeit der Entführung 27 Jahre alt war. Die Terrorgruppe Abu Sajaf habe sich aus sehr verschiedenen Charakteren zusammengesetzt: „Da gab es vom hassverzerrten Gewalttäter bis zum beinahe hilfsbereiten Mitmenschen große Unterschiede. Jeder einzelne sollte nach seinen Tagen beurteilt werden.“
Obwohl er sich nicht als kirchennahen Christen bezeichne, sei er fest davon überzeugt, dass Glaube und Gebet in Krisen helfen könnten. „Ich bin ein spiritueller Mensch, der erfahren hat, dass der Glaube Menschen in Krisensituationen Kraft gibt“, sagte Wallert. „Und ich glaube auch, dass uns die Gebete vieler Menschen damals geholfen haben. Dafür bin ich bis heute dankbar!“
Die Terroristen von Abu Sajaf ließen zunächst seine Mutter, dann seinen Vater und schließlich ihn selbst frei. In die Verhandlungen hatte sich neben dem deutschen Außenministerium auch der damalige libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi eingeschaltet. Es soll Lösegeld geflossen sein.
Das Göttinger Tageblatt, Die Harke und Deutschlandfunk Kultur berichteten ebenfalls:
Bericht des Göttinger Tageblatts
Simone Schad-Smith, Evangelische Akademie Loccum
Interaktiver Einstieg mit
Dr. Anna Maria Krämer und Toma El-Sarout, Projekt „Politisch motivierte Gewalt erforschen“, Bildungsstätte Alte Schule Anspach (basa e.V.)
Dr. Anna Maria Krämer und Toma El-Sarout, basa e.V.
Aylin Kortel, Bildungsstätte Anne-Frank, Frankfurt/Main
Einführungsvortrag mit Diskussion
Dr. Sebastian Lange, Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität Berlin
Terrorismus und die Macht der Bilder
Kleingruppenarbeit
Motive, Strategien und symbolische Funktion von Terrorismus
Vertiefende, parallele Workshops zu ausgewählten Themenfeldern:
Dr. Christian Böhme, Journalist, Der Tagesspiegel, Berlin
Dr. Florian Hartleb, Politikwissenschaftler und Autor, Tallinn
Dr. Jan Sändig, Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“, Universität Tübingen
Prof. Dr. Christoph Kopke, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin
Impulsreferat von und Gespräch mit
Marc Wallert, Göttingen
Marc Wallert wurde vor fast zwanzig Jahren während eines Tauchurlaubs zusammen mit seinen Eltern von der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf entführt. Er hat diese Haft unbeschadet überlebt – nach 140 Tagen Geiselhaft im philippinischen Dschungel.
Austausch in kleinen Gruppen über zentrale Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen
Impuls und Diskussion
Ann-Kristin Beinlich, Akademie St. Jakobushaus Goslar sowie Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt/Main
Philip Weissermel, Verfassungsschutz Niedersachsen, Hannover
Abschlussdiskussion mit
Ann-Kristin Beinlich und Philip Weissermel