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Ethik der Digitalisierung in evangelischer Perspektive

Gemeinsame Online-Veranstaltungsreihe der Evangelischen Akademie Loccum und Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Universität Würzburg

Neuer Termin: 18.01.2021 - 04.02.2021

Thema

Welche Relevanz hat Digitalisierung für die evangelische Theologie?  Was leistet wiederum evangelische Ethik für eine gesellschaftliche Bearbeitung von Digitalisierungsfragen? Digitalisierung professionalisiert und beschleunigt mit der Gesellschaft verbundene Grundmuster ihrer Durchdringung (Sphären der Kontrolle, Sicherheit, Datensammlung und Datenschutz, prognostizierbares Verhalten etc.). Wie verhalten sich evangelische Ethiken zu diesem Beschleunigungs- und Professionalisierungsschub, wenn sie ihn nicht im Sinne einer „technischen Kolonialisierung“ (Armin Nassehi) abtun? Und welche Deutungsangebote bietet eine theologische Ethik für die auch durch die Corona-Krise beschleunigten gesellschaftlichen Veränderungen? Ziel der Tagung ist es, theologischem Nachwuchs und Personen in der kirchlichen und gesellschaftlichen Praxis die Gelegenheit zu geben, mit in Deutschland lehrenden Ethikerinnen und Ethikern größere Klarheit in der Frage zu gewinnen, wie aus evangelischer Perspektive mit den Risiken und Chancen des digitalen Wandels ethisch verantwortlich umgegangen werden kann. Dies wird exemplarisch an Fragen der Anthropologie, der Freiheit von Entscheidungen, des guten Lebens, der Verwundbarkeit des Lebens und der digitalen Medizin diskutiert.

Bitte melden Sie sich auf dieser Seite zur gesamten Veranstaltungsreihe an. Sollten Sie nur eine Anmeldung zu einzelnen Tagen bevorzugen, dann geben Sie dies bitte im Anmeldeformular unter „Weitere Mitteilungen und Bemerkungen an die Akademie“ an. Vielen Dank.

Die Online Veranstaltung findet über die Software Zoom unter strikter Einhaltung des Datenschutzes statt. Bitte finden Sie hier weitere Informationen dazu. Nach  der  Anmeldung  erhalten  Sie weitere  Hinweise  und  einen  Tag  vor  der  Veranstaltung einen Zugangs-Link.

Programm

Montag, 18.01.2021
19:30 Uhr
Begrüßung

Dr. Stephan Schaede

19:35 Uhr
I. Homo digitalis? Anthropologische Erwägungen zu den Chancen und Grenzen digitaler Kommunikation

Die Corona-Pandemie hat eine weitreichende Umstellung der religiösen und wissenschaftlichen Kommunikation bewirkt. Der Beitrag zieht eine Zwischenbilanz, in der Effizienzgewinne und Tiefgangverluste abgewogen werden.
Vortrag: Prof. Dr. Arnulf von Scheliha
Moderation: Dr. Stephan Schaede

20:00 Uhr
Reaktionen der referierenden Ethiker*innen

20:20 Uhr
Diskussion im Plenum

21:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Dienstag, 26.01.2021
19:30 Uhr
Begrüßung

Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing

19:35 Uhr
II. Entscheiden unter den Bedingungen von Digitalisierung

Vom evangelischen Theologen Johannes Fischer stammt die Unterscheidung zwischen Entscheidungen, die vor Gründen erfolgen werden und solchen, die mit Gründen getroffen werden. Für die Ethik ist diese Frage insofern relevant, als nur Entscheidungen, die vor Gründen getroffen werden, freie und damit ethisch zurechenbare Entscheidungen sein können. Die Konsequenzen liegen gerade für die Beurteilung autonomer Systeme auf der Hand: Diese entscheiden mit Gründen, nicht aber vor Gründen, nicht also aufgrund einer eigenen Einschätzung. An unterschiedlichen Beispielen soll diesem Themenbereich nachgegangen werden.
Prof. Dr. Reiner Anselm, Systematische Theologie Ethik, Evangelisch-Theologische Fakultät Universität München
Moderation: Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Würzburg

20:00 Uhr
Reaktionen der referierenden Ethiker*innen

20:20 Uhr
Diskussion im Plenum

21:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Donnerstag, 28.01.2021
19:30 Uhr
Begrüßung

Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing

19:35 Uhr
III. Digitalisierung und das gute Leben. Medientheoretische und theologische Perspektiven

Die Transformationsprozesse in Kulturen der Digitalität werden nicht selten als eigenmächtig und in ihren negativen Auswirkungen auf menschliches Leben unvermeidlich beschrieben. Demgegenüber die Frage nach dem „guten Leben“ zu stellen, impliziert eine Gestaltbarkeit gesellschaftlichen und individuellen Lebens auch angesichts des digitalen Wandels. Wie dies medientheoretisch begründet und entfaltet werden kann, wird an Andreas Hepps Konzept der „Deep Mediatisation“ nachvollzogen und theologisch reflektiert.
Dr. Christina Costanza, Studienleiterin, Theologisches Studienseminar, Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands, Pullach
Moderation: Prof. Dr. Arnulf von Scheliha, Münster

20:00 Uhr
Reaktionen der referierenden Ethiker*innen

20:20 Uhr
Diskussion im Plenum

21:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Dienstag, 02.02.2021
19:30 Uhr
Begrüßung

Dr. Stephan Schaede

19:35 Uhr
IV. Digitalität und Vulnerabilität

Jonathan Franzen spricht in einem Interview vom Technokonsumismus (Die Literarische Welt, 21. November 2020). Der Beitrag geht der digitalen Schubkraft nach, die zu diesem Technokonsumismus geführt hat und interessiert sich für den digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit, der dazu neigt, die affektive Betroffenheit einseitig zu bedienen und die Verwundbarkeit zu überspielen. Mit Hannah Arendt und Corine Pelluchon wird nach einer neuen Allianz von Emotion und Politik gesucht.
Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Lehrstuhl für Evangelische Theologie I. Schwerpunkt Systematische Theologie und Gegenwartsfragen, Universität Würzburg
Moderation: Moderation: Prof. Dr. Reiner Anselm, München

20:00 Uhr
Reaktionen der referierenden Ethiker*innen

20:20 Uhr
Diskussion im Plenum

21:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Donnerstag, 04.02.2021
19:30 Uhr
Begrüßung

Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing

19:35 Uhr
V. Digitale Chancen auf Heilung und Menschlichkeit?

Die Digitalisierung des Gesundheitssystems nimmt zu. Wissen über Entstehung von Krankheiten beschleunigt sich rasant. Gesundheitsdaten stehen als „Gemeinschaftsgut“ oder „privates Wirtschaftsgut“ zur Diskussion. Diagnostik, Therapien und Pflege transformieren sich durch digitale Verfahren. Die Anforderungen an Patient*innen, Angehörige und medizinisches Personal steigen. Die Formen der Kommunikation ändern sich. Welche Gestaltungsaufgaben kann hier die evangelische Ethik formulieren?
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor, Evangelische Akademie Loccum
Moderation: Dr. Christina Costanza, Pullach

20:00 Uhr
Reaktionen der referierenden Ethiker*innen

20:20 Uhr
Diskussion im Plenum

21:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Referierende

Prof. Dr. Arnulf von Scheliha
Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften, Evangelisch-Theologische Fakultät, Universität Münster
Prof. Dr. Reiner Anselm
Systematische Theologie Ethik, Evangelisch-Theologische Fakultät Universität München
Dr. Christina Costanza
Studienleiterin, Theologisches Studienseminar, Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands, Pullach
Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing
Lehrstuhl für Evangelische Theologie I. Schwerpunkt Systematische Theologie und Gegenwartsfragen, Universität Würzburg
Dr. Stephan Schaede
Akademiedirektor, Evangelische Akademie Loccum

Organisatorisches

Tagungsnummer

214301

Tagungsgebühren

Die Tagung ist kostenlos. Wenn Sie die Arbeit der Evangelischen Akademie Loccum unterstützen möchten, lassen Sie uns gern eine Spende zukommen: Auf das Konto der Kirchlichen Verwaltungsstelle Loccum, Ev. Bank eG Kassel, IBAN DE 36 5206 0410 0000 0060 50, BIC: GENODEF1EK1. Herzlichen Dank!