Nuclear Ice Age?
How to Deal with Nuclear Threats in Europe?
19.06.2024 - 21.06.2024
How to Deal with Nuclear Threats in Europe?
19.06.2024 - 21.06.2024
With Russia’s full invasion into Ukraine and repeated threats to use nuclear weapons, nuclear dangers are once again on everyone’s lips. Demands for credible deterrence in Europe are growing louder, as are calls for increased efforts to achieve arms control and minimize nuclear risks. At the same time, initiatives are continuing to work towards complete abolition of nuclear weapons. How to deal with the nuclear threat in Europe?
„Drei Fragen an …“ Dr. Ralf Stegner zu den nuklearen Gefahren seit Beginn des Ukraine-Krieges und den Auswirkungen auf Europa und Deutschland. Herr Stegner ist Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD) und Obmann im Unterausschuss für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung in Berlin / Pinneberg. Er stellte sich unseren Fragen am 21. Juni 2024 am Rande dieser Tagung.
„Drei Fragen an …“ PD Dr. Frank Sauer zu den nuklearen Gefahren seit Beginn des Ukraine-Krieges. Herr Sauer ist Head of Research, Metis Institut für Strategie und Vorausschau, Senior Research Fellow, Universität der Bundeswehr München. Er stellte sich unseren Fragen am 20. Juni 2024 am Rande dieser Tagung.
Friedensforscherin: Europäische Atombewaffnung ist kontraproduktiv
Am Rande der Tagung interviewte der Journalist Reimar Paul vom Evangelischen Pressedienst die Friedensfroscherin Juliane Hauschulz. Hier finden Sie den Bericht:
Die Friedensforscherin Juliane Hauschulz hat die Debatte über eine europäische Atombewaffnung als kontraproduktiv bezeichnet und einen entsprechenden Vorstoß der SPD-Europapolitikerin Katarina Barley zurückgewiesen. Eine solche Diskussion missachte die aktuellen Strukturen, die eine atomare Bewaffnung der Europäischen Union unmöglich machten, sagte Hauschulz dem Evangelischen Pressedienst (epd). Hauschulz ist Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) und Campaignerin für Nukleare Abrüstung bei der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW. Sie äußerte sich zum Auftakt der Tagung „Nukleare Eiszeit?“ in der Evangelischen Akademie Loccum.
Entscheidungen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik würden in der EU einstimmig getroffen, aber mit Irland, Malta und Österreich hätten bereits drei EU-Staaten den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet, betonte Hauschulz. „Eine EU-Atombewaffnung würde schon an deren Veto scheitern, eine europäische Atomwaffe müsste also von einer Staatenkoalition jenseits der EU organisiert werden.“
Zudem verstoße sowohl eine atomare Bewaffnung der EU als auch einer davon unabhängigen Staatenkoalition gegen den Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag, fügte Hauschulz hinzu. Gerade die europäischen und die Nato-Länder betrachteten diesen Vertrag als Fundament der nuklearen Ordnung: „Dieses Fundament einzureißen könnte kaum im Interesse der europäischen Staaten sein. Anstatt also über europäische Atomwaffen nachzudenken, die sowohl für Europa als auch für die Welt mehr Unsicherheit bringen würden, sollte die EU darüber diskutieren, wie sie ihrem eigenen Anspruch als Friedens- und Werteunion wieder gerecht werden kann.“
Gleichzeitig bekräftige Hauschulz die Forderung ihrer Organisationen nach einer weltweiten Abschaffung aller Atomwaffen: „Wir sollten das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen niemals aufgeben“, erklärte sie. „Denn es wäre die Kapitulation vor menschengemachten, aber angeblich nicht veränderbaren Zwängen.“ Natürlich sei das Vertrauen in der internationalen Gemeinschaft derzeit gering, die fehlende Kooperation zwischen den Staaten, gerade auch zwischen Russland und den USA, sei schwer wieder in Gang zu bekommen. „Dennoch können wir es uns nicht leisten, das einfach zu akzeptieren und unsere Ziele anzupassen.“
„Wir leben in einer Welt der multiplen Krisen, von denen keine von einem Staat alleine gelöst werden kann“, sagte Hauschulz. Die Klimakrise, die Verhinderung weiterer Pandemien, nukleare Abrüstung – all diese Herausforderungen benötigten internationale Kooperation und Ressourcen. 2023 hätten die Atomwaffenstaaten 91,4 Milliarden US-Dollar in Atomwaffen gesteckt – Gelder, die in anderen Bereichen fehlten. „Wir alle müssen uns endlich darüber bewusst werden, dass wir nur gemeinsam weiterleben können und dass dafür Kommunikation, Kooperation und im Endeffekt auch das Rückstellen eigener Interessen notwendig ist. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, aber wir müssen heute damit anfangen.“
epd-Gespräch:
Reimar Paul (epd)
Thomas MÜLLER-FÄRBER, Program Director International Affairs, Protestant Academy Loccum
Gaukhar MUKHATZHANOVA, Director of the International Organizations and Non-Proliferation Program, Vienna Center for Disarmament and Non-Proliferation (VCDNP), Vienna
Juliane HAUSCHULZ, Board Member, ICAN Germany (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) and IPPNW Germany (International Physicians for the Prevention of Nuclear War), Berlin
Alexander KMENTT, Ambassador and Director of the Disarmament, Arms Control and Non-Proliferation Department of the Austrian Foreign Ministry, Vienna
Francisca Elizabeth MÉNDEZ ESCOBAR, Ambassador and Permanent Representative of Mexico to the United Nations in Geneva
Susanne RIEGRAF, Deputy Federal Government Commissioner for Disarmament and Arms Control, Foreign Ministry, Berlin
Richard LENNANE, Senior Policy Advisor, Arms and Conduct of Hostilities Unit, Legal Division, International Committee of the Red Cross, Geneva
Michal SMETANA, Director of the Peace Research Center Prague (PRCP), Head Researcher at the Experimental Lab for International Security Studies (ELISS) and Associate Professor of International Studies at Charles University, Prague
Benoît PELOPIDAS, Head, Nuclear Knowledges Program and Chair of Excellence in Security Studies at CERI (Sciences Po), Paris
Frank SAUER, Head of Research, Metis Institute for Strategy and Foresight, Bundeswehr University, Munich
Veronika BEDENKO, Senior Analyst, Open Nuclear Network, One Earth Future, Vienna
Oliver MEIER, Director, Policy and Research, European Leadership Network, London/Berlin
Jingdong YUAN, Director, China and Asia Security Programme, SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute), Solna
Dominik P. JANKOWSKI, Deputy Permanent Representative, Permanent Delegation
of Poland to NATO, Brussels
Polina SINOVETS, Head of the Odessa Center for Non-Proliferation (OdCNP) and Associate Professor at the Department of International Relations, Odessa
Oliver THRÄNERT, Non-Resident Senior Fellow, German Institute for International and Security Affairs (SWP), Berlin
- Group 1 – Arms Control and Nuclear Risk Reduction
- Group 2 – Disarmament
- Group 3 – Deterrence
- Group 4 – open
Facilitators:
Lucian BUMEDER, Fellow “Arms Control and Emerging Technologies Research Group, Institute for Peace Research and Security Policy, (IFSH), Hamburg
Fabia SCHREIBER, Former Policy Officer in the Division of Nuclear Disarmament, Arms Control and Non-Proliferation at the German Federal Foreign Office and Member of the Young Nuclear Network, Berlin
Fabian UNRUH, Doctoral Researcher, Cluster for Natural and Technical Science Arms Control Research (CNTR), Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), Frankfurt
Sophia WELLEK, Communications and Engagement Coordinator, IISS–Europe and Member of YATA Germany, Berlin
Michael SCHMIDMAYR, IAEA and Nuclear Non-Proliferation Unit, German Foreign Office, Berlin
Azadeh ZAMIRIAD, Deputy Head of Africa & Middle East Research Division, German Institute for International and Security Affairs (SWP), Berlin
Klaus DE RIJK, Strategic Advisor on Arms Control and Strategic Stability, Dutch Ministry of Foreign Affairs, The Hague
Sigurd SCHELSTRAETE, Director Disarmament and Non-Proliferation, Belgian Ministry of Foreign Affairs, Brussels
Ralf STEGNER, Member of Parliament (Social Democrats/SPD), Speaker, Sub-Committee on Arms Control, Disarmament, and Nonproliferation, German Bundestag, Berlin/Limburg
Thomas MÜLLER-FÄRBER, Program Director International Affairs, Protestant Academy Loccum
Arriving Wunstorf Station at approx. 01:30 pm