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Rentenpolitik: Wie geht es weiter?

Jahrestagung der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt

19.09.2019 - 20.09.2019

Thema

Die Große Koalition hat sich vorgenommen, die Rentenpolitik in mehreren Schritten an die verschiedenen Herausforderungen anzupassen: Erste Schritte für die Zeit bis 2025 wurden beschlossen, über die Grundrente wird aktuell gestritten, langfristige Perspektiven soll die Rentenkommission erarbeiten. Wie passen die verschiedenen Schritte zusammen? Wie kann das Dilemma von Äquivalenzprinzip und Armutsfestigkeit so aufgelöst werden, dass die Akzeptanz des Systems erhalten bleibt?

Rückblick

Wie geht es weiter in der Rentenpolitik? Diese Frage diskutierten kurz vor den anstehenden Beratungen in Berlin gut 40 Fachleute aus Ministerien, Wissenschaft, Verbänden, Rentenversicherung und der Betroffenenperspektive. Dabei ging es nicht nur um die im Koalitionsvertrag vereinbarte „Grundrente“, um die in Berlin seit Monaten heftig gestritten wird, sondern auch um die Frage, wie sich diese schon für die nahe Zukunft geplanten Veränderungen mit den langfristigen Reformperspektiven der Rentenversicherung vertragen, an denen zur Zeit die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ im Auftrag der Bundesregierung arbeitet.

Eine Höherbewertung der Rentenbeiträge von Menschen mit niedrigeren Einkommen wurde dabei nicht grundsätzlich abgelehnt. Schließlich gab und gibt es hierfür schon Beispiele in der Rentenversicherung. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass ein solche Höherbewertung gut begründet sein müsse, systematisch erfolgen und Verzerrungen vermeiden solle, die zu willkürlichen „Überholungen“ in der Rangfolge der Rentenhöhe führen. Genau dieses droht aber bei einigen der aktuell diskutierten Varianten der „Grundrente“.

Auf viel Zustimmung stieß auch die Forderung, die Grundsicherung im Alter nicht schlecht zu reden. Die Grundsicherung im Alter ist eine wichtige sozialpolitische Errungenschaft, die es vielen Menschen ermöglicht, ihre Bedarfe – wenn auch auf einem niedrigen Niveau, über dessen Höhe man durchaus diskutieren könne – zu decken. Reformbedarf wurde aber hinsichtlich der administrativen Prozesse angezeigt.

Deutlich wurde auch, dass es wichtig ist, in der rentenpolitischen Debatte zwischen Zielen der Armutsvermeidung und dem Ziel der Anerkennung von „Lebensleistung“ (wie immer man sie auch definieren möge) zu differenzieren und klar zu begründen, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen welches Ziel verfolgen.

Medien

 

Grundrente taugt nicht gegen Altersarmut

Stefan Thissen, Redakteur des Portals www.ihre-vorsorge.de besuchte die Tagung und veröffentliche dazu zwei Berichte. Das Portal wird im Auftrag der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) betrieben. Hier können Sie die Berichte lesen:

Grundrente taugt nicht gegen Altersarmut.

Die Rente für die Zukunft rüsten.

 

 

 

 

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Programm

13:30 Uhr
Anreise und Stehkaffee

14:10 Uhr
Begrüßung und Einleitung

Dr. Joachim Lange, Evangelische Akademie Loccum
Prof. Dr. Werner Sesselmeier, Vorstand, Gesellschaft für Sozialen Fortschritt und Universität Koblenz-Landau

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Panel 1: Altersvorsorge und Erwerbsbeteiligung: Welche Problemlagen erfordern besondere Aufmerksamkeit?

14:15 Uhr
Die Lasten der Vergangenheit: Arbeitslosigkeit in den Lebensverläufen von Männern und Frauen in West und Ost

Dr. Dina Frommert, Referentin Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung, Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

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Anhaltende Herausforderungen: Erwerbsverläufe, Scheidung und die Alterssicherung von Frauen in Deutschland

Tatjana Mika, Forschungsdatenzentrum, Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

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Gemeinsame Diskussion

15:30 Uhr
Kaffee und Kuchen

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Panel 2: Aktuelle Vorschläge der Alterssicherungspolitik: Wie werden die verschiedenen Problemlagen berücksichtigt? Welche Fragen ergeben sich?

16:00 Uhr
Grundrente: Wege und Ziele

Dr. Florian Blank, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut WSI, Düsseldorf

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Grundrente: Wo und wie?

Dr. Jochen Pimpertz, Institut der deutschen Wirtschaft IW, Köln

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
Akzeptanz und Arbeitsanreiz zwischen Ausgleich und Äquivalenz

Dr. Reinhold Thiede, Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung, Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

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Anschließend Gelegenheit zum informellen Austausch

08:15 Uhr
Morgenandacht

08:30 Uhr
Frühstück

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Panel 3: Langfristige Reformperspektiven

09:30 Uhr
Arbeitgeberseitige Wertschöpfungsbeiträge?

Dennis Huchzermeier, Handelsblatt Research Institute, Düsseldorf

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Reformbedarfe und -optionen der kapitalgedeckten – betrieblichen und privaten – Altersvorsorge

Prof. Dr. Gisela Färber, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

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Stehkaffee

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Kurzfristige Reformen und langfristige Reform­perspektiven: Stimmt die Richtung?

Abschlussdiskussion, eingeleitet durch einen Vortrag von
Prof. Dr. Gert G. Wagner, Vorsitzender des Sozialbeirats, Mitglied der Rentenkommission und Fellow am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

12:30 Uhr
Ende der Tagung mit dem Mittagessen

12:50 Uhr
Abfahrt des Busses nach Bhf. Wunstorf

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Moderation:

Dr. Joachim Lange, Loccum
Prof. Dr. Werner Sesselmeier, Landau

Referierende

Dr. Florian Blank
leitet das Referat Sozialpolitik des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts WSI der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf.
Prof. Dr. Gisela Färber
ist Professorin für Wirtschaftliche Staatswissenschaften, insbesondere Allgemeine Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft, an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer und Leiterin der Sektion "Staat und Verwaltung in der Mehrebenenpolitik" am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung.
Dr. Dina Frommert
ist Referentin im Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin und befasst sich dort u.a. mit der Studie „Lebensverläufe und Altersvorsorge“ (LeA).
Dennis Huchzermeier
ist Senior Economist beim Handelsblatt Research Institute in Düsseldorf.
Dr. Joachim Lange
ist Studienleiter für Wirtschafts- und Sozialpolitik der Evangelische Akademie Loccum.
Tatjana Mika
ist Referatsleiterin am Forschungsdatenzentrum der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin.
Dr. Jochen Pimpertz
leitet das Kompetenzfeld Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung am Institut der deutschen Wirtschaft IW in Köln.
Prof. Dr. Werner Sesselmeier
ist Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V. und Professor für Wirtschaftswissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Koblenz-Landau.
Dr. Reinhold Thiede
leitet den Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung der Deutschen Renten­versicherung Bund in Berlin.
Prof. Dr. Gert G. Wagner
ist Vorsitzender des Sozialbeirats, Mitglied der Rentenkommission und Fellow am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.