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Kulturpolitik und Rechtspopulismus

Haltung zeigen und Brücken bauen in gesellschaftlich bewegten Zeiten

- 65. Loccumer Kulturpolitisches Kolloquium

21.02.2020 - 23.02.2020

Thema

Welche kulturpolitische Aufgaben und Strategien haben Akteure aus Politik, Kunst, Zivilgesellschaft angesichts einer durch den Rechtspopulismus stärker polarisierten Gesellschaft? Wie gehen sie mit Anfeindungen um, wie stellen sie sich selbst auf? Wie können Kulturinstitutionen eine Brückenfunktion in der Gesellschaft einnehmen und einen Beitrag für eine demokratisch-rechtsstaatlich offene Gesellschaft leisten? In Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

Programm

Freitag, 21.02.2020
15:00 Uhr
Anreise der Teilnehmer/innen zum Nachmittagskaffee

15:30 Uhr
Begrüßung und Einführung

Dr. Albert Drews, Ev. Akademie Loccum
Barbara Neundlinger, Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Bonn

15:50 Uhr
I. Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik angesichts rechtspopulistischer Anfeindungen in der pluralisierten Gesellschaft

-
Welche gesellschaftspolitischen Antworten werden gebraucht und was kann Kulturpolitik beitragen?

Prof. Dr. Cornelia Koppetsch, TU Darmstadt (angefragt)

16:20 Uhr
Diskussion des Beitrags in Kleingruppen und im Plenum, Entwicklung von Fragen

17:15 Uhr
Haben wir verlernt, wie Gesellschaft geht?

Beobachtungen und Veränderungsmöglichkeitenan der kommunalen Basis
Dirk Neubauer, Bürgermeister, Augustusburg

17:40 Uhr
Der Kampf um Anerkennung als gesellschaftliches Problem

Dr. Barbara Strohschein, Philosophin, Berlin

18:05 Uhr
Lebensrealitäten in Ost und West

Andreas Bialas, MdL, Vizepräsident, Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Moers

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
Was kann, was muss Kulturpolitik in der pluralisierten Gesellschaft leisten?

Prof. Dr. Susanne Keuchel, Präsidentin Deutscher Kulturrat, Berlin

20:00 Uhr
Haben wir verlernt, wie Gesellschaft geht?

Dirk Neubauer, Bürgermeister, Augustusburg
Dr. Barbara Strohschein, Philosophin, Berlin
Andreas Bialas, MdL, und Vizepräsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., Moers
Prof. Dr. Susanne Keuchel, Präsidentin, Deutscher Kulturrat, Berlin

Samstag, 22.02.2020
08:15 Uhr
Morgenandacht, anschl. Frühstück

09:30 Uhr
Resümee der Abenddiskussionen

09:50 Uhr
II. Problemfeld Rechtspopulismus - Vorhang auf, die Rechten kommen!

Carina Book, Politikwissenschaftlerin, Hamburg

-
Rechtspopulismus als Herausforderung für Kultur und Kulturpolitik – eine Bestandsaufnahme und Aufgabenklärung

Peter Laudenbach, Journalist, u.a. Süddeutsche Zeitung, Berlin
Anne Pallas, Geschäftsführerin, Landesverband Soziokultur Sachsen, Dresden
Dr. Michael Wimmer, Vorstandsvorsitzender EDUCULT, Wien
Lisa Mangold, Verlage gegen Rechts, Berlin

11:45 Uhr
Eine Frage der Inszenierung? Was kann der Aufmerksamkeitsökonomiefalle der Rechtspopulisten entgegengesetzt werden?

Peter Grabowski, Journalist, Wuppertal

12:30 Uhr
Mittagessen

14:00 Uhr
Sprache als Abgrenzung

Was passiert in den Medien und wie wird reagiert?
Reinhard Bärenz, Leiter Hauptredaktion Kultur, MDR, Halle/Saale
Prof. Dr. Thomas Niehr, Sprachwissenschaftler, RWTH Aachen

15:00 Uhr
Kaffee und Kuchen

15:30 Uhr
III. Ins Dialogische gehen – Wo sind Grenzen zu ziehen und wo zu überschreiten?

-
Wie weit darf der kulturpolitische Dialog gehen?

Alina Buchberger, Kampnagel, Hamburg
Dorte Eilers, Chefredakteurin, Theater der Zeit, Berlin

-
Wie weit soll Politik gehen?

Helge Lindh, MdB (SPD), Berlin/Dortmund
Dr. Per Leo, Autor, Berlin

17:20 Uhr
Ins Dialogische gehen - Was können Kulturinstitutionen leisten?

-
Den Dialog über Aufgaben der Kulturpolitik in einer polarisierten Gesellschaft organisieren

Annett Wöhlert, Schauspieldirektorin Mittelsächsisches Theater, Freiberg

-
Kulturangebote in schlecht versorgten Stadtteilen initiieren

Jochen Molck, Geschäftsführer Kulturzentrum zakk, Düsseldorf

-
Den Ratssaal zur Bühne machen

Pia Janssen, mythen der moderne, Köln

-
Als mögliche Kulturhauptstadt stadtgesellschaftliche Prozesse anstoßen

Kristina Jacobsen, Institut für Kulturpolitik, Universität Hildesheim

18:30 Uhr
Abendessen

19:30 Uhr
50 Jahre Kulturpolitisches Kolloquium

Empfang und Gespräch "jung meets alt"

Sonntag, 23.02.2020
08:15 Uhr
Morgenandacht, anschl. Frühstück

09:30 Uhr
Gesellschaftliche Veränderungen verstehen, aufnehmen und bearbeiten – wie müssen sich Kulturinstitutionen verändern?

-
Museum:

Daniel Neugebauer, Leiter, Bereich Kommunikation und kulturelle Bildung, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

-
Theater:

Julia Wissert, des. Intendantin, Schauspiel Dortmund (angefragt)

-
Kulturverwaltung:

NN (angefragt)

11:10 Uhr
Was jetzt nötig ist - Netzwerke bilden am Beispiel des Netzwerks DIE VIELEN

Holger Bergmann, Geschäftsführer Fonds Darstellender Künstler, Vorsitzender Initiative „Die Vielen e.V.“, Berlin

-
Was jetzt nötig ist – abschließende Betrachtung mit

Holger Bergmann
Dr. Tobias Knoblich, Präsident, Kulturpolitische
Gesellschaft e.V.
Sonja Anders, Schauspielintendantin, Staatstheater Hannover (angefragt)
Annett Wöhlert, Schauspieldirektorin, Mitteldeutsches Theater, Freiberg
und den Inputgeber/innen des Vormittags

12:30 Uhr
Verabschiedung und Ende der Tagung mit dem Mittagessen

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Durch die Wahlerfolge der Rechtspopulisten ist der Ton in der politischen Auseinandersetzung schärfer geworden. Auch Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen sind in Debatten involviert als Zielscheibe rechter Anfeindungen, als Verteidiger der demokratischen und offenen Gesellschaft, nicht selten auch als Promotoren rechter Gesinnung.

Der Rechtspopulismus ist auch deshalb eine Herausforderung für die Kulturpolitik, weil die Rechtspopulisten die Kultur zu einem Feld der politischen Auseinandersetzung gemacht haben. Die Tagung diskutiert Haltungen, erörtert Strategien und stellt Projekte vor, mit denen kulturpolitisch Verantwortliche, Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen die offene demokratisch-rechtsstaatliche Gesellschaft stärken können.

Kultur darf provozieren, aufregen und Finger in Wunden legen. Sie muss dabei nicht jedem gefallen. Kultur lebt von Innovation, die nur durch diese Freiheit möglich ist. Rechtspopulisten stellen die Balance zwischen öffentlichem Auftrag, künstlerischem Engagement und Freiheit der Kultur aber gerne in Frage. Kunst- und Meinungsfreiheit geraten zunehmend unter Druck, wie nicht zuletzt in europäischen Nachbarländern zu beobachten ist. Wie kann auf diese Herausforderung reagiert werden und welche Reaktionen sind angemessen?

Anspruch einer Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik versteht, muss es sein, bei den Lebensrealitäten der Menschen anzusetzen. Sie muss in der Lage sein, die hinter dem Erfolg der Rechten stehenden gesellschaftspolitischen Themen zu verstehen, aufzunehmen und zu bearbeiten. Wo sind dabei die Roten Linien zu extremen Positionen zu ziehen und wo gilt es, in den gesellschaftlichen Dialog zu gehen?

Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!

Dr. Albert Drews, Tagungsleiter, Ev. Akademie Loccum
Barbara Neundlinger, Geschäftsführerin, Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Bonn
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor, Ev. Akademie Loccum

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Organisatorisches

Tagungsnummer

2008

Tagungsgebühren

Regulär
200€
Ermäßigt
90€

Die Tagungsgebühr beinhaltet Übernachtung, Verpflegung und Kostenbeitrag.
Für Schüler/innen, Auszubildende, Studierende bis 35 Jahre, Freiwilligendienstleistende sowie Arbeitslose gilt die ermäßigte Gebühr nur gegen Vorlage einer gültigen Bescheinigung.
Eine Reduzierung der Tagungsgebühr für eine zeitweise Teilnahme ist nicht möglich.
Ein Drittel des Teilnehmerbeitrages wird als institutioneller Beitrag für die Evangelische Akademie Loccum erhoben.

Stornierung

Bei einer Absage nach dem 14.02.2020 müssen wir Ihnen 25% der Tagungsgebühr in Rechnung stellen.

Überweisungen

Bitte überweisen Sie die Tagungsgebühr unter Angabe Ihres Namens und der Buchungsnummer 13242 auf folgendes Konto:

Kirchliche Verwaltungsstelle Loccum

Evangelische Bank eG
IBAN: DE36 5206 0410 0000 0060 50
BIC: GENODEF1EK1

Anreise

Informationen über die Anreise mit dem PKW oder der Bahn finden Sie hier

Es besteht eine direkte Verbindung zur Akademie mit dem Zubringerbus ab dem Bahnhof in Wunstorf.
Zur Akademie - Abholung am Bahnhof Wunstorf, Ausgang ZOB: 21.02.2020, 14:20 Uhr
Zum Bahnhof - Ankunft am Bahnhof Wunstorf (voraussichtlich): 23.02.2020, 13:30 Uhr

Bitte setzen Sie im Anmeldeformular bei gewünschter Mitfahrt im Zubringerbus die entsprechende Auswahl, da die Plätze begrenzt sind.