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Zur Lage der Akademie in Zeiten von Corona

Liebe Freund*innen der Evangelischen Akademie Loccum!

Zurzeit  ist hier in Loccum alles  unwirklich still – wie vielerorts in unserem Land.  Sie, die Tagungsgäste der Akademie, fehlen uns sehr.  Wir vermissen Sie! Wir vermissen die intensiven Diskussionsgänge, den Austausch bis spät nachts auf der Galerie der Akademie. Und alle Mitarbeitenden der Akademie hoffen, Sie  in nicht allzu weiter Ferne wieder zu sehen und zu sprechen – womöglich in anderen, die Infektionsgefahren einrechnenden Formen hier an der Akademie vor Ort, aber auch über andere virtuelle Formate. Deshalb verbinde ich all meine guten Wünsche für eine gesegnete Osterzeit in sehr besonderer  Situation mit einem kleinen Bericht zur Lage an der Akademie.

Mitte März musste die Akademie abrupt ihre Tagungsarbeit einstellen. Das Haus ist definitiv bis Ende April geschlossen. Keine Frage war und ist, dass diese Hausschließung unser Solidarbeitrag zur Ausnahmesituation der Corona-Krise sein muss.  Unsere Arbeit geht weiter. Alle Kolleg*innen in der Studienleitungen und den Sekretariaten haben nun auf homeoffice umgestellt – vorerst bis zum 19. April 2020. Sie können uns unter den üblichen Kontaktdaten vor allem via Email, aber auch telefonisch erreichen.  Melden Sie sich!

Wie geht es nun weiter?

Umgang mit Tagungsvorhaben im Mai und Juni

Anfang März hatten wir im  Kollegium der Studienleitung entschieden, dass für Mai und Juni keine generellen Absagen ausgesprochen, sondern Einzelfallentscheidungen getroffen werden müssen, so unklar die Situation und schwierig die Aussichten da bereits waren.  Bitte haben Sie Verständnis, dass wir die Lage beobachten und von Fall zu Fall Entscheidungen treffen.

Nur unter Vorbehalt kann ich notieren: Die Ausschreibungen von Tagungen im Juni, die spätestens nach Ostern erfolgen müssen,  haben selbstverständlich im Blick, dass wir diese Tagungen nur dann durchführen, wenn die Lage es zulässt und wir die Gesundheit von Tagungsgästen nicht leichtsinnig gefährden möchten.  Wenn Sie sich anmelden, verbindet sich damit bis zur Tagung das Recht, kostenfrei zu stornieren.

Aufgrund der Corona-Krise abgesagte Veranstaltungen werden wir verlegen. Sind die Themen zu tagungsaktuell, geht das leider nicht.  Auch überführen wir je nach Entwicklung der Lage große Tagungen in kompaktere Workshops, um in anderer Form unserer gesellschaftlichen Vernetzungsaufgabe gerecht zu werden.

Planungen ab dem  zweiten Halbjahr 2020 und neue Formen der Arbeit

Selbstverständlich laufen Planungen für das 2. Halbjahr 2020 auf Hochtouren, mit offenem Ausgang, weil niemand prognostizieren kann, wie sehr sich die Kommunikationslage ab August 2020 entspannt haben wird.  Auf jeden Fall möchten wir Akteur*innen, die gerade nach dem Lockdown Austausch und Orientierung gerade auch in Tagungen suchen, die Gelegenheit dafür in Loccum bieten.  Es ist aber schwer abzusehen, wann das verantwortbar möglich sein wird.

In jedem Fall müssen wir vor diesem Hintergrund damit rechnen, dass auch Tagungsprojekte im zweiten Halbjahr 2020 abermals verschoben oder auf verkleinerte oder gar virtuelle Formen heruntergebrochen werden müssen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Die Krise ist für uns kein Grund zum Defätismus. Unsere konzeptionelle Neugier ist groß. Wir werden aus  dem kommunikativen Krisenübel das Beste machen: Einige Tagungsvorhaben werden sich sequenzieren lassen – in eine Reihe kompakterer Beratungsgänge mit einer überschaubareren Zahl von Teilnehmer*innen in Loccum. Bei anderen Tagungen tritt an deren Stelle eine Vorabveranstaltung, die das Szenario der Tagung selbst in einer attraktiven Weise konturiert.

In jedem Fall wird die Akademie virtuelle Diskussionsplattformen und Webinare als Arbeitsform anbieten und austesten für Themen und Fragen,  bei denen sich das anbietet. Die entsprechenden technischen Voraussetzungen wurden dafür geschaffen. So wird, um nur ein erstes Beispiel zu nennen, am 28. April 2020 Simone Schad-Smith für Schülerinnen und Schüler eine Online-Veranstaltungen „60 Minuten mit Professor Paul Rundquist zu US-Wahlen und Corona-Krise“ an den Start bringen.

Auf diese Weise bildet die Arbeit der Akademie ab, was gesamtgesellschaftlich als sukzessives Ausstiegsszenario aus der Ausnahmesituation der Corona-Krise geschildert wird. Die Akademie wird, so hoffen wir, nach Aufnahme der regulären Tagungsarbeit und einer vollständigen „Normalisierung“ der Situation digital kompetenter und in einem Bewusstsein ihrer unverwechselbaren analogen Stärken ihre Arbeit ausgestalten können.

Natürlich werden Sie sich fragen, wie wir das Corona-Thema aufgreifen.

Es gilt auf der Sachebene unsere fachlichen Kompetenzen und Verbindungen zu diversen gesellschaftlichen Kontexten in der Krise und deren Nachwirkungen zu nutzen. Wir werden das Thema explizit aufnehmen, z.B. im Blick auf die in Loccum etablierten digital-bildungspolitischen und finanzpolitischen  Fragen,  im Blick auf europapolitische Belastungsproben oder die Wechselbeziehungen zwischen Klimakrise und Corona-Krise, Nicht weniger wird Corona bei den gesundheitspolitischen Folgefragen von Bedeutung sein, die sich stellen. Wir setzen darauf mit handlungsfähigen und zum Handeln verpflichteten Verantwortungsträger*innen und an den entsprechenden Fragen interessierten Gästen zu verhandeln, als ins orientierende Prinzipielle mit unklarer Adressatenschaft zu gehen.

Dass und wie wir über die Corona-Krise und ihre gesellschaftlichen Implikationen nachdenken, mag mein grundsätzlicher Beitrag  auf Zeitzeichen dokumentieren, der in dieser Woche in drei Folgen am Montag, Mittwoch und Freitag erscheint – Sie finden den entsprechenden Link auf unserer Homepage. Vor allem aber werden all jene, die die Arbeit der Akademie auf dem Weg der Homepage befragen, über diesen Blog mitgenommen auf den Weg, wie die Akademie ihre Arbeit in den besonderen Zeiten der Krise und danach arrangiert, welche Fragestellungen ihr wichtig erscheinen und wie sie auf die sich  modifizierende gesellschaftliche und kirchliche Situation reagiert.

In unserem Corona Blog schildern Studienleiter*innen der Akademie und der Akademie als Referent*innen verbundene Persönlichkeiten ihre Wahrnehmungen zur Coronakrise. Aus den verschiedenen interdisziplinären Arbeitsbereichen entsteht damit eine multiperspektivische Sicht, die in der Krise Orientierung bieten kann. Gleichzeitig wird deutlich, wie die Akademie ihre Arbeit auf diese Ausnahmesituation anpasst.

Systemrelevant?

Im 19. Jahrhundert war Gott systemrelevant. Jedenfalls wurde er von Philosophen des deutschen Idealismus wie Georg Wilhelm Friedrich dafür gehalten. „Gott sei“, so urteilte Hegel, „die absolute Substanz, die allein wahrhafte Wirklichkeit.“ Noch systemrelevanter geht es kaum. Spötter könnten anmerken, diese Systemrelevanz sei Gott nicht eben gut bekommen. Was gestern noch besonders systemrelevant war, ist heute schon fraglich. Dieser Tage wird recht Anderes für systemrelevant gehalten.  Friseure zum Beispiel noch Ende März. Blumenrabatten und Gartenbau desgleichen. Nicht jedenfalls der Gang zum Gottesdienst. Eher der Gang zum Baumarkt.

Nun hat es die Rede von der Systemrelevanz in sich. Immanuel Kant hat einmal in der ihm eigenen berauschenden Klarheit definiert:  „System“ sei die „Einheit der mannigfaltigen Erkenntnisse unter einer Idee“. Idee und mannigfaltige Erkenntnisse müssen zusammenkommen. Welche Idee also treibt jene, die in Zeiten von Corona von Systemrelevanz sprechen? Die Idee des nackten Überlebens? Die Idee einer ausgelasteten aber nicht überfüllten Landschaft von Intensivbetten? Die Idee der Aufrechterhaltung elementarer Funktionen des gesellschaftlichen Lebens? Oder formen die Idee starke Interessenvertretungen, die effektiv Druck auf die Politikgestaltung  ausüben können?  Und welche mannigfaltigen Erkenntnisse versammeln jene, die über Systemrelevanz entscheiden unter dieser Idee?  Das ist angesichts der vielen offen bleibenden Fragen und widersprüchlichen Prognosen, die trotz intensiver wissenschaftlicher Beratung für die Politik bleiben, nur schwer zu beantworten.

Man könnte die Frage mit Friedrich Wilhelm Schelling auch anders stellen und an die Bundeländer richten, die über die Frage  der Systemrelevanz entscheiden müssen: „Warum und unter welchen Voraussetzungen werden wir gedrungen, ein System zu suchen?“ Sagt uns, welches System steht Euch vor Augen, wenn ihr von Systemrelevanz sprecht? Und habt Ihr je ernsthaft nach einem gesucht?

Auf diese Fragen könnten womöglich die offiziellen Informationsseiten der entsprechenden Verordnungen der Bundesländer Auskunft geben. Dort finden sich aber Listen. Aufgelistet werden etwa in Baden Württemberg Tätigkeitsfelder aus den Bereichen Energie, Lebensmittelversorgung, Informations- und Telekommunikation, Gesundheit, Transport und Verkehr. Ergänzt wird das Versicherungswesen, Medien, Staat und Verwaltung und die Abfallwirtschaft.  Die sicherheitsrelevanten Berufe bleiben in Nordrhein-Westfalen unerwähnt. An die denken aber Hessen und Berlin. Berlin spricht von „betriebsnotwendigem Personal und Schlüsselfunktionsträgern in ausgewählten öffentlichen Einrichtungen und Behörden“. Jedes Bundesland hat andere Listen. Und die verändern sich je nach politischer Sonneneinstrahlung wie ein Chamäleon seine Farbe. Anfangs waren Hausmeister*innen und Steuerberater*innen in Nordrhein-Westfalen nicht systemrelevant.  Jetzt sind sie es. Das ist rhapsodistisch, nicht systematisch, würde Immanuel Kant zu einem solchen Verfahren der Feststellung von Systemrelevanz sagen.

Kürzlich wurde der deutsche Spargel in den Rang des Systemrelevanten erhoben. Der Spargel wurde derart systemrelevant, dass Spargelstecherbomber aus Rumänien eingeflogen werden durften, in einer Zeit, wo kein Hamburger ungestraft die Grenze nach Schleswig-Holstein passieren konnte. Das verstehe wer will, so unbestreitbar bitter Spargel ist und wird, der ungegessen gen Himmel schießt.

Rheinland-Pfalz und mit ihm das Saarland hat mit seiner elementar in diesem Bundesland verwurzelten republikanisch-liberalen Mentalität gar nicht erst angefangen, systemrelevante Berufsgruppen zu identifizieren. Das war am Ende gesellschaftsklug.

Das Bittere ist zudem: Viele systemrelevante Berufe, die vor allem von Frauen wahrgenommen werden, sind oftmals unterbezahlt. Es lauert am Ort von Systemrelevanz Diskriminierung.  Zugleich heißt es, die systemrelevanten Menschen seien die eigentlichen Helden dieser Tage. Darauf ist übrigens nicht erst besonders prominent Maybrit Illner gekommen, die Ende März die Krankenschwester Yvonne Flackner, systemrelevant fand, eine Heldin nannte und ihr schließlich attestierte einen „Mörderjob“ zu machen. Schon die Imagekampagne des Thüringer Pflegepaktes wirbt seit 2014 mit der Formel: „Pflege braucht Helden“. Es ist jetzt schon zu  erahnen, dass sich die Lage für Pflegepersonal nach der Krise nicht maßgeblich ändern wird. Es geht  ja nicht nur um bessere Bezahlung. Es geht auch um die Frage der sozialen Lasten unregelmäßiger Dienstzeiten, Überstunden und Nachtdienste dieser Berufe. Und es ist jetzt darüber hinaus schon zu erahnen, dass der Glanz der Systemrelevanz, der über diesen Berufen scheint, wieder verblassen wird. Der Glanz verbleicht ja schon aktuell. In der hochgradig systemrelevanten medizinischen und pflegerischen Betreuung wurde auf Kurzarbeit umgestellt. Einige Geschäftsführungen von Krankenhäusern haben sogar Personal entlassen.

All das legt nahe: Systemrelevanz scheint eine aus der Stunde der Krise geborene Druckvokabel zu sein. Mit ihr wird versucht, recht und schlecht einzugrenzen und zu markieren, welche elementaren beruflichen Funktionen unbedingt sein müssen, um nicht den Kollaps des Gesundheitssystems und so den Tod abertausender Menschen zu riskieren.

Eine solche Druckvokabel hat schwerlich die Leistungskraft über die Bedeutsamkeit von Berufsgruppen  und Menschen und den mit ihnen verbundenen Lebensfeldern zu entscheiden. Diente nicht gerade der Shutdown und die mit ihm ins Spiel gebrachte Rede von der Systemrelevanz jenen vom Risiko bedrohten und Schwachen, die selbst nicht in all den Listen der systemrelevanten Berufe aufgeführt werden?

Der Reichtum, die Bedeutsamkeit gesellschaftlichen Lebens und Zusammenlebens, all das, was es kostbar und köstlich macht, lässt sich nicht auf die Frage nach Systemrelevanten reduzieren. Eine Hierarchisierung nach Relevanz entlang eines nicht klar begründeten Systematik wäre von Übel. War da der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg  gut beraten, als er Mitte Februar in bester Absicht im Blick auf Gotteshäuser aus Stein meinte, Kirchen seien systemrelevant und groß genug, denn in ihnen hätten Menschen die Möglichkeit Ängste zu verarbeiten. Und wie triftig war die Äußerung des Mainzer Bischofs Kohlgraf  Ende April, jeder Mensch sei systemrelevant. Nur ja nicht! Es wäre ja noch schöner, wenn Rechtsansprüchen, Ansprüchen auf Leben, Bedeutsamkeit, Anmut und die Liebenswürdigkeit von Leben erst durch Systemrelevanz erzeugt werden müssten. Menschen haben nicht erst dadurch Rechte, Würde, dass sie relevant sind für ein System. Sie sind um ihrer selbst willen interessant, einfach, indem sie da sind und leben. Man sollte die Lebensbedeutsamkeit von Individuen und das Prädikat systemrelevant gründlich auseinanderhalten. Das ist das eine.

Das andere ist. Die Bedeutsamkeit einer Organisation wie der Kirche erweist sich nicht dadurch, ob ihre Räume für eine Weile geschlossen bleiben können oder nicht. Hanna Jacobs erliegt der gebrechlichen Logik der Systemrelevanz, wenn sie in ihrem starken Einstieg in einem ZEIT-Artikel schreibt: „Die Kirche ist nicht systemrelevant. Heute nicht mehr, nicht in Deutschland, nicht in diesen Zeiten. Nichts bricht zusammen, wenn wochenlang die Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen bleiben.“  Der Kirchgang, das kirchliche Leben sei wie der Besuch beim Lieblingsitaliener ein Luxus. Eine solche Wochen- und Monatsanalyse zwischen Luxus und Zusammenbruch  besagt rein gar nichts. Die Autorin hätte die Frage stellen sollen, was denn wäre, wenn die Kirchen und Gemeindehäuser für immer schließen würden. Am Ende kann die Kirche ihre Bedeutsamkeit, ihre gesellschaftliche Lebensenergie  erweisen, indem sie unter Beweis stellt, dass kirchliches Leben eine Zeitlang auch jenseits der üblichen Räumlichkeiten anders weitergeht  – sie kann das eben für einen gewissen begrenzten Zeitraum.  Es ist wie mit Wasser und Menschen. Bekanntermaßen können Menschen unter guten Bedingungen bis zu einer Woche ohne zu Trinken überleben. Aber wie schlecht wäre ein Mensch beraten, der am zweiten Tag ohne Wasser merkt, dass er keineswegs zusammenbricht, und auf die Idee käme: oh Wasser ist ja nur Luxus.

Noch einmal: Die Rede von der Systemrelevanz ist selbst ein Krisensymptom.  Vielleicht fällt uns aufgrund der Erfahrungen mit der Corona-Krise ein überzeugenderes Wort, eine triftigere Konzeption ein, um zu beschreiben, welche beruflichen Funktionen in einer Krise besondere Bedeutung gewinnen, um diese besondere Krise gesellschaftlich gemeinsam zu meistern. Gott jedenfalls war zwar im 19. Jahrhundert systemrelevant.  Heute mag es so scheinen, ob er es nicht mehr sei. Aber was kümmert ihn das, wenn sich dermaleinst herausstellen sollte, dass er der Schöpfer der Welt ist.

In unserem Corona Blog schildern Studienleiter*innen der Akademie und der Akademie als Referent*innen verbundene Persönlichkeiten ihre Wahrnehmungen zur Coronakrise. Aus den verschiedenen interdisziplinären Arbeitsbereichen entsteht damit eine multiperspektivische Sicht, die in der Krise Orientierung bieten kann. Gleichzeitig wird deutlich, wie die Akademie ihre Arbeit auf diese Ausnahmesituation anpasst.

Corona-Krise: Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen der Akademie

Die Akademie bittet ihre Gäste dringend um Einhaltung folgender aktualisierter Hygienebestimmungen:

  • Teilnehmende und Referierende, die aus einem zu Tagungsbeginn vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet kommen, werden gebeten, die Reise nicht anzutreten, sondern über eine Onlinezuschaltung an der Tagung teilzunehmen.
  • Für alle Gäste von Veranstaltungen der Akademie besteht die Pflicht, auf Gängen und in gemeinsam genutzten Räumen Masken zu tragen (Ausnahme: es wurde auf eines der ausgewiesenen Sitzgelegenheiten Platz genommen). Die bisher formulierte Regelung, dass Personen, die ein entsprechendes ärztliches Attest vorweisen können, von der Maskenpflicht befreit sind, wird durch diese striktere Regelung zum eigenen Schutz und Schutz von Dritten (aufgrund des weiten Einzugsbereichs der Akademieveranstaltungen) ersetzt.

Bitte beachten Sie auch die weiteren Bestimmungen des Hygieneplans. Vielen Dank.

Corona Crisis: Current Information about Meetings at the Academy

The Academy urges its guests to comply with the following updated hygiene regulations:

  • Participants and speakers who come from a risk area designated by the RKI at the beginning of the conference are asked not to make the journey, but to participate in the online conferences.
  • All guests of events of the Academy are obliged to wear masks in the corridors and in jointly used rooms (exception: a seat was taken on one of the designated seats). The previously formulated regulation that persons who can present a corresponding medical certificate are exempt from the obligation to wear masks is replaced by this stricter regulation for their own protection and the protection of third parties (due to the wide catchment area of the Academy events).

Please also note the other provisions of the Hygiene Plan. Many thanks.

 

Besuche im Krankenhaus müssen auch in Zeiten von Corona möglich sein!

Ad-hoc-Stellungnahme zu pauschalen Besuchsverboten in Krankenhäusern

Aufgrund rasch steigender Corona-Infektionszahlen gilt in vielen niedersächsischen Krankenhäusern erneut ein grundsätzliches Besuchsverbot. Ziel der von den Ländern erlassenen strengen Regeln ist es, die Anzahl der Kontakte zu begrenzen und hierdurch das Risiko einer Infektion und schweren COVID-19-Erkrankung für alle Patientinn*en sowie für Mitarbeiter*innen in den Kliniken zu verringern. Jeden Tag muss eine steigende Zahl Schwerkranker qualitativ und menschlich gut medizinisch und pflegerisch versorgt werden. Mitarbeiterschutz, Angehörigenschutz und Patient*innenschutz müssen stets in Einklang gebracht werden. Hier tragen die Führungskräfte in den Krankenhäusern derzeit eine hohe Verantwortung.

„Die Initiative Niedersächsischer Ethikrat sieht mit großer Sorge, dass die aktuellen Besuchsbeschränkungen zu einer Isolation der Betroffenen führen“ stellt die Ärztin und Palliativmedizinerin Dr. Thela Wernstedt, MdL fest und führt aus, „dass die Leidtragenden insbesondere Schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen sind“.

„Beistand für Sterbende unter Wahrung ihrer Würde und Achtung ihres Willens sind Grundlagen ärztlichen, pflegerischen und seelsorgerischen Handelns“ ergänzt Dr. Martina Wenker, Lungenfachärztin und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und fordert „dass auch in Zeiten von Corona selbstverständlich und überall eine Sterbebegleitung durch nahe Angehörige und ein würdevoller Abschied von einem geliebten Menschen ermöglicht werden muss.“

Seit Beginn der Coronakrise setzt sich die Initiative Niedersächsischer Ethikrat öffentlich für die Belange von Menschen ein, deren Bedürfnisse in der Bewältigung der Krise nicht genügend Berücksichtigung finden.Prof. Dr. Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen, bekräftigt das ausdrückliche Anrecht „besonders betroffener Patientinn*en bei stationär behandelten Erkrankungen, sowie Menschen am Ende ihres Lebens, des Partners oder der Partnerin bei Geburt und Wochenbett sowie erkrankter Kinder und Jugendlicher auf eine intensive Begleitung durch Angehörige – selbstverständlich unter den erforderlichen Hygieneregeln – auch und gerade jetzt in Zeiten von Corona!“

HANNOVER, den 22. Dezember 2020

Bitte finden Sie diese Presse-Information hier als PDF.

Bitte finden Sie die Stellungnahme der INE hier als PDF.

Zur Initiative Niedersächsischer Ethikrat

Die Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE) ist ein unabhängiges Gremium von Expert*innen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Die INE sieht ihre Aufgabe darin, aus ethischer Perspektive Fragen und Probleme aufzuzeigen, die sich aus den Folgen der COVID-19-Pandemie für Menschen in Niedersachsen ergeben, sowie Strategien und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Geschäftsführende Organisationen sind die Ärztekammer Niedersachsen, die Evangelische Akademie Loccum und das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover. Weitere Informationen zur INE finden Sie hier: www.ethikrat-niedersachsen.de